Faschingsfest

Mehr als 10 000 beim LiLaBe - Schärfer als die Polizei erlaubt

Lohbrügge. "Bitteschön" brüllt Frontman Boerney ins Mikrofon, "Dankeschön" schallt es aus der Menge zurück. Dann legt die Partyband wieder los. 2000 bunt Verkleidete bilden riesige Kreise und tanzen ausgelassen Sirtaki. Sänger Boerney: "Unser Gruß an die Griechen, die haben derzeit nichts zu feiern". Die Menge johlt.

Mehr als 10 000 Besucher feierten beim 37. LiLaBe. Sie kamen bis aus Hannover oder Rostock zu Norddeutschlands größter und wohl freizügigster Kostümparty. "Nirgendwo trifft man so viele gut gelaunte, verrückte Typen", grinst Hanna (25) aus Langenhorn, als sexy Mieze verkleidet. Dabei spielt sie mit einem Wollknäuel: "Damit kann ich die Männer umgarnen."

Viele Besucher gaben offen zu, auf der Suche nach dem "One-Night-Stand" zu sein. Einige Pärchen landeten zu später Stunde auf der eigens ausgeschilderten "Fummelwiese", andere vergnügten sich exhibitionistisch direkt auf der Tanzfläche - der Alkohol ließ die Hemmungen schwinden.

Übermäßiger Alkoholgenuss war auch der Auslöser für deutlich mehr Polizeieinsätze im Umfeld der Party als in den vergangenen Jahren. "Die Qualität der Delikte hat sich verändert. Es wird schneller und gnadenloser zugeschlagen", erklärt ein Polizist. Besonders schwer traf es einen Zivilbeamten. Er ging in der Nacht zu Sonntag dazwischen, als eine vierköpfige Gruppe auf dem Gelände der Esso-Tankstelle einen LiLaBe-Besucher bedrohte. Obwohl er sich als Polizeibeamter zu erkennen gab, schlug ihm einer der Täter eine Flasche auf den Kopf. Der 37-jährige Familienvater kam mit einer Platzwunde ins Krankenhaus. Bei der Großfahndung mit mehr als 30 Streifenwagen konnten die Tatverdächtigen vorläufig festgenommen. Insgesamt gingen bei der Polizei 23 Anzeigen, wegen Körperverletzungen, Rauben, und Drogendelikten ein: "Für eine Veranstaltung dieser Größe ist das zwar wenig, die Tendenz ist aber besorgniserregend". Seite 14