Bilanz

Frost legt Blitzer lahm - dennoch 28 244 Raser erwischt

Bergedorf. Schon 2010, nach dem kalten und schneereichen Winter, hatte es erste Probleme gegeben. Wie sich zeigte, war es der Beginn eines unerwartet langen Ausfalls: Beide stationären Blitzer im Bezirk waren im Jahr 2011 zeitweise oder sogar ganz außer Betrieb - eine ist es sogar immer noch.

Während der Boberger Blitzer bereits seit etwa sechs Monaten Temposünder wieder beweiskräftig ablichtet, ist die Anlage am Heckkatenweg noch defekt. Dass sie in Kürze repariert werden kann, wie die zuständige Verkehrsstaffel Süd in Harburg hofft, ist angesichts der herrschenden Temperaturen eher unwahrscheinlich.

Frostschäden in den Straßen hatten die Anlagen lahmgelegt. Die Kontaktschleifen in der Fahrbahn, die für die Tempomessung erforderlich sind, funktionierten nicht mehr einwandfrei. Und etwas Pech spielte mit hinein: Kurz nachdem in Höhe Heckkatenweg eine Schleife repariert worden war, tat sich dort schon das nächste Schlagloch auf. So fiel die Anlage das gesamte Jahr über aus. In Boberg gab es ähnliche Probleme. Doch seit einem halben Jahr wird dort wieder gemessen.

Der Ausfall der Geräte verhagelt die Bilanz der beiden Anlagen. Jährlich erfassen sie sonst um die 10 000 Temposünder - bei etwa 10 Millionen durchfahrenden Autos. Diesmal waren von den 3 155 423 Autos, die den Blitzer in Boberg in sechs Monaten passierten, 3057 zu schnell. Davon waren 179 im Bußgeldbereich, 20-mal gab's ein Fahrverbot dazu. Zahlen, die die Verkehrsstaffel Süd wegen ihrer begrenzten Aussagekraft kaum verwerten kann.

Die Polizisten waren stattdessen verstärkt mit mobilen Blitzern unterwegs - insgesamt 352-mal im Bezirk Bergedorf in 2011. 400 433 Autos passierten die Blitzer, 25 187 von ihnen waren zu schnell - eine Quote von 6,3 Prozent. "Etwas mehr als der Hamburger Durchschnitt von circa fünf Prozent", so ein Beamter. Die meisten Fahrer (15 268) kamen mit einem Verwarngeld davon, 9919 Temposünder erhielten einen Bußgeldbescheid, 870 zudem noch ein Fahrverbot.

Auch im neuen Jahr will die Verkehrsstaffel viel blitzen, "und zwar überwiegend vor Schulen, in Wohngebieten oder Freizeitbereichen", sagt ein Beamter - und widerspricht damit der weit verbreiteten Annahme, es werde vor allem an "lukrativen" Stellen wie der Autobahn und an Bundesstraßen gemessen.

Auch am Heckkatenweg sollten sich Autofahrer nicht auf den (noch) defekten Blitzer verlassen. "Dort messen wir verstärkt mobil", so der zuständige Beamte. Ohnehin könnten die Probleme mit den stationären Anlagen irgendwann der Vergangenheit angehören: Die neue Generation der Blitzerampeln - schlanke Säulen wie die an der Eiffestraße - basieren auf Lasertechnik. Ein Polizist: "Die arbeiten ohne Kontaktschleifen und damit ganz unabhängig von den Fahrbahnverhältnissen."