Einkaufsstadt

"Bergedorf ist erst in zwei Jahren am Ziel"

Bergedorf. Die Mission von CCB-Manager Klaus Schröder ist erfüllt. Doch der Einkaufsstandort Bergedorf hat noch viel zu tun, will er dauerhaft in der Oberliga mitspielen - sagt der Mann, der zum Jahreswechsel in den Ruhestand geht.

"Unsere City ist auf einem guten bis sehr guten Weg. Aber bis zum Ziel sind es noch eineinhalb bis zwei Jahre. So lange wird es dauern, mit intensiver Werbung, Aktionen und gezielter Imagepflege die 250 000 Menschen aus dem traditionellen Einzugsgebiet zwischen Boberg und Lauenburg, der Autobahn 24 und der Elbe wieder nach Bergedorf zu ziehen", sagt Schröder, der 1982 die Leitung des Einkaufszentrums CCB übernahm.

Der heute 67-Jährige hat Bergedorfs goldene Jahrzehnte mit Magneten wie dem Textil-Kaufhaus Penndorf, dem Glunz-Warenhaus und einem quirligen Sachsentor samt Werbegemeinschaft "City-Partner Bergedorf" erlebt. Doch er musste auch mit ansehen, wie der Standort ab Mitte der 90er-Jahre in einen Stillstand verfiel - bis hin zum Verbot der CCB-Erweiterung durch einen Bürgerentscheid im Jahr 2000 und dem folgenden Aus für Penndorf und Glunz. "Hätte Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp, damals frisch im Amt, das Ruder nicht herumgerissen, Bergedorfs Attraktivität wäre dauerhaft beschädigt worden", sagt Schröder. "So sind noch Schrammen da, aber die können verheilen. Wenn jetzt alle an einem Strang ziehen."

Das CCB selbst sieht Schröder gut aufgestellt. Kritik am zu niedrigen Preisniveau der Geschäfte weist er zurück: "Wir bieten mit C&A und TK Maxx aber auch Peek & Cloppenburg und zahlreichen kleineren Geschäften genau das, was zu Bergedorf passt. Penndorf lag im Segment weiter oben - und ist pleite gegangen."

Bergedorfs Problemzone ist in Schröders Augen die Bergedorfer Straße zwischen CCB und Mohnhof: "Vor allem das Iduna-Hochhaus, aber auch das Glunz-Areal brauchen eine städtebauliche Aufwertung." Träume von einem weiteren Einkaufszentrum am Mohnhof hält er für gefährlich. "Dafür ist Bergedorfs Einzugsgebiet zu klein. Und die Vorstellung, Menschen aus Eppendorf oder Winterhude würden hierher fahren, ist ein Wunsch, der nie in Erfüllung geht."

Dass der Kundenansturm auf Bergedorfs Straßen trotzdem für Staus sorgen wird, ist Klaus Schröder bewusst: "Aber Bergedorf will doch Großstadt werden. Da ist eine Durchschnittgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern im Zentrum absoluter Luxus. In Berlin kommt man nicht mal halb so schnell voran."

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