Lokalpolitik

Wüppesahl darf nicht Bürgermeister werden

Geesthacht. Heute um 18 Uhr läuft die Frist für Bewerber um das Amt des Geesthachter Bürgermeisters aus.

Einer wird auf seine Kandidatur verzichten müssen: Thomas Wüppesahl. Das für die Bewerbung nötige Gnadengesuch des ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten, der wegen Planung eines Überfalls zweieinhalb Jahr im Gefängnis saß, wurde abgelehnt.

Voraussichtlich wird es trotzdem überraschend zwei Kandidaten für das Amt geben. Neben dem Ersten Stadtrat Volker Manow, der als gesetzt gilt, sammelt zurzeit der Busfahrer Konstantin W. die nötigen 155 Unterschriften von Unterstützern. W. hat sich bisher nicht öffentlich geäußert. Über die Zulässigkeit zur Wahl entscheidet am Freitag (Beginn: 18 Uhr, Raum 213) der öffentlich tagende Wahlausschuss.

Manow wird auf dem Wahlvorschlag von CDU, SPD und FDP unterstützt. Er wurde 1999 zum Ersten Stadtrat gewählt und lebt mit Frau und zwei Kindern in Krümmel. Konstantin W., der begeistert alte Motorräder sammelt, hatte nach Informationen unserer Zeitung zuletzt gut 120 Unterschriften zusammen. Bis 18 Uhr hat er Zeit, die noch fehlenden Unterstützer zu aktivieren.

Für Thomas Wüppesahl ist der Traum vom Chefposten der Stadtverwaltung mit ihren 480 Mitarbeitern ausgeträumt. Sein Gnadengesuch wurde von der Hamburger Justizbehörde abgelehnt. "Bedauerlicherweise ist diese Entscheidung, die unter einem grünen (!) Justizsenator getroffen worden ist, nicht weiter nachprüfbar", so Wüppesahl. Die Ablehnung sei durch ein "Gerangel hinter den Kulissen" zustande gekommen, bei dem "der eigentlichen Organisationseinheit, der zuständigen Justizverwaltung, die Vorbereitung der Entscheidung aus der Hand genommen" wurde, so Wüppesahl, der das "absurdes Justiztheater" nennt.

"Meine Kandidatur ist keine Spaß-Kandidatur oder politische Aktion. Ich will die Wahl gewinnen", hatte der frühere Polizeibeamte bei seiner Kandidatur erklärt. Mit teilweise persönlich zugestellten Anschreiben buhlte Wüppesahl um die Unterschriften von Unterstützern. Nur der nun abgelehnte Gnadenerweis hätte ihm überhaupt die für die Wählbarkeit nötigen Rechte zurückgegeben.

Am 13. Dezember sind die Geesthachter zur Bürgermeisterwahl aufgerufen. Die wird nötig, weil Amtsinhaber Ingo Fokken im Juni überraschend gestorben war.

Wüppesahl spricht von "absurdem Justiztheater"