Verkehr

A 25: Höchste Gefahr in der Baustelle

Nur niedrige Leitschwellen trennen die Fahrbahnen. Auf der A 24 gab es bereits tödliche Unfälle.

Von heute an wird es für Autofahrer auf der A 25 gefährlich: Als Trennung der wegen der Baustelle verengten Fahrstreifen wurden jetzt sogenannte Leitschwellen montiert. Die sind nur wenige Zentimeter hoch und bieten keinen Schutz, wenn sich die Fahrzeuge, nur durch diese Kunststoffkante getrennt, begegnen.

Auf der Richtungsfahrbahn Geesthacht soll vorerst der komplette Verkehr abgewickelt werden. In Fahrtrichtung Geesthacht steht dafür eine Fahrspur zur Verfügung, Richtung Hamburg sind zwei Fahrstreifen vorgesehen. "Das haben wir vor Ort gemeinsam mit Kollegen aus Hamburg und Niedersachsen sowie dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr abgesprochen", erklärt Geesthachts Polizeichef Henry Holst. "Ich habe die Hoffnung, dass hier nichts passiert, wir haben auf unserer Autobahn ja eher wenig Verkehr."

Auf der A 24 (Hamburg-Berlin) kam es in den vergangenen Jahren in Baustellen mit Leitschwellen zu zwei tödlichen Unfällen. Im ersten Fall wendete ein bekannter Schauspieler seinen Wagen über die Leitschwelle hinweg, um einem Stau zu entgehen. Dadurch zwang er einen Lkw-Fahrer zur Vollbremsung. Das bemerkte ein weiterer Trucker zu spät - bei dem Auffahrunfall wurde zwischen den beiden 40-Tonnern ein Audi zerquetscht. Zwei Insassen kamen ums Leben. Beim zweiten Unfall überfuhr ein Autofahrer offenbar aus Unachtsamkeit die Leitschwelle und stieß mit dem Gegenverkehr zusammen. Ein Mann starb.

"Wir versuchen deshalb, wenn es die Fahrbahnbreite zulässt, die sichereren Stahlgleitwände einzusetzen", sagt Jürgen Pees von der Autobahnpolizei in Talkau. "Die sind wesentlich teurer, bieten aber mehr Schutz", erklärt er. Bei einer Baustelle im Bereich des Kreuzes Ost sind die massiven Stahlgleitwände jetzt ebenfalls nicht möglich. Alle vier Fahrstreifen werden auf einer Fahrbahn zusammengefasst.

"Die A 25 ist ja eher eine ländliche Autobahn mit viel geringeren Belastungen, als sie auf der A 24 herrschen", sagt Holst. "Ich gehe davon aus, dass wir für die Verkehrsführung eine gute Lösung gefunden haben."

Die Sanierungsarbeiten auf dem gut vier Kilometer langen Autobahnabschnitt werden noch bis Oktober dauern. Der Verkehr wird in dieser Zeit je nach Baufortschritt in wechselnde Spuren geleitet.

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