Jahresrückblick

Diese Menschen bewegten uns 2014

Christoph Karstens lebte für den Handball. Er war viele Jahre Obmann, Trainer und Schiedsrichter bei der SG Glinde/Reinbek, engagierte sich in der Verbandsarbeit, bekam 2013 die Silberne Ehrennadel. Am 12. Januar stirbt der Polizeibeamte mit gerade einmal 57 Jahren.

Musikpädagogin Annett Hermes (44) belebt Anfang Januar den traditionsreichen Bergedorfer Kinderchor neu. Sie lädt ins Kinderkulturhaus - und fast 50 Fünf- bis Zehnjährige kommen. Mit ihnen startet das 1969 von Hellmut Wormsbächer gegründete Ensemble in eine neue Zukunft.

Lena Ebbert, das "Gesicht der Stadt Geesthacht", geht. Die 32-Jährige wechselt nach Hamburg, wie die Tourismus-Managerin Ende Januar bekannt gibt. Ihre Nachfolgerin im Krügerschen Haus wird Britta Rienitz.

Claus Arndt stirbt Anfang Februar nach langer Krankheit 86-jährig im Kreis seiner Familie. Der Bergedorfer Verfassungsrechtler und Bundestagsabgeordnete gilt als Vater der Ostverträge Willy Brandts.

Nur bei den Proben lief alles wie am Schnürchen: Bergedorfs Berufsfeuerwehrleute verlieren im Februar bei "Wetten dass, . .?" . Sie wollten ein zwölf Tonnen schweres Einsatzfahrzeug mit der Saugkraft ihrer Münder 20 Meter weit bewegen. Doch sie schafften nur 2,50 Meter.

Leichtathlet Andreas Lange von LG Reinbek/Ohe wird am 23. Februar in Leipzig deutscher Hallenmeister über 800 Meter.

Gertrud Niese (77), Motor der Seniorenarbeit der Bergedorfer Awo, feiert im März ihr 25-jähriges Jubiläum als Distriktschefin. In dem Vierteljahrhundert hat sie gut 100 000 Senioren betreut, vor allem bei ihren legendären Tanztees im Lichtwarkhaus. Zudem charterte sie fast 2000 Reisebusse für Tagesausflüge und Urlaubstouren "ihrer" Awo.

Ulrich Jacobi legt im April sein Amt als Geschäftsführer des Kleinen Theaters Schillerstraße in Geesthacht nieder. Zuvor hatte es monatelang Querelen um das Budget des Theaters und Kinos gegeben. Er hinterlässt seinem Nachfolger Thorsten Winkler ein riesiges Defizit, das die Stadt ausgleichen muss.

Tragischer Tod im Urlaub: Bei einem Tauchunfall Ende Mai vor der Mittelmeerinsel Malta stirbt Geesthachts Ratsfrau und CDU-Ortsvorsitzende Stefanie Markwart-Farwick. Sie wurde nur 46 Jahre alt.

SPD-Urgestein Christoph Mallok (71) nimmt Ende Mai nach 40 Jahren in der Kommunalpolitik seinen Abschied. Der langjährige Präsident der Bezirksversammlung und Lebensgefährte von Ex-Bezirksamtsleiterin Christine Steinert will sich nun seinen Hobbys widmen: der Kultur und dem Garten in Lohbrügge.

Die Gaststätte "Zur Karlsburg" hatte seit 1902 in Wentorf Lokalgeschichte geschrieben. Nach 112 Jahren schließen Gastwirtspaar Hartmut und Barbara Jacobs im Juni die Türen. Sie hatten die Gaststätte in dritter Generation 35 Jahre geführt.

Für Oststeinbeks Henry Vahl fällt am 3. Juni der letzte Vorhang: Udo Kolm, komödiantisches Urgestein der Laienspielgruppe und bewährter Baas des Marktfestes, stirbt am 3. Juni im Alter von 72 Jahren.

Auch in Reinbek-Ohe endet eine Lokalgeschichte. Hier zieht das Ehepaar Hans-Friedrich und Sieglinde Bohlens am 11. Juni mit dem Abriss ihres Traditionsgasthofes "Zur Linde" einen Schlussstrich. Bagger beenden die Dorfgeschichte.

Prof. Dr. Günter Wiedemann gelingt im Juni ein Geniestreich auf der Sternwarte. Der Astrophysiker lässt erstmals seit fast einem halben Jahrhundert wieder neue Kuppelbauten auf dem Gelände des Observatoriums errichten. Sie schützen neue Spezialinstrumente, die dem spannendsten Forschungsschwerpunkt der Bergedorfer Wissenschaftler dienen: der Suche nach fremden Planeten.

Abschied von Elke Thomas Mitte Juni. Die Christdemokratin aus Boberg, langjährige Bürgerschaftsabgeordnete, war eine engagierte Kämpferin für Hamburgs Feuerwehr und natürlich ihr Boberg. Sie wurde 79 Jahre alt.

In den 1960er-Jahren zählt Bernd Kube zu Deutschlands besten Tennisspielern. Am 13. Juli, dem Tag als Deutschland zum vierten Mal Fußball-Weltmeister wird, stirbt Bergedorfs "Tennis-Wikinger" mit 74 Jahren.

Nach einem schweren Autounfall auf Mallorca kämpft sich Bildhauer Norbert Jäger (48) aus Bergedorf im Sommer zurück ins Leben. Brüche von Hüfte, Schulter, Hand und Halswirbel fesselten ihn über Wochen erst ans Bett, dann an den Rollstuhl. Vier Monate nach dem Horrorcrash kann er endlich wieder arbeiten: "Ich habe gelernt, mein Leben mit Respekt und Demut zu sehen, denn ich hatte unfassbares Glück."

Fernsehgärtner und Hafenmeilen-Moderator John Langley (65) geht im Juli in Pension. Das gilt allerdings nicht für seine Präsenz in der Öffentlichkeit. Denn beiden Jobs bleibt er treu, waren sie doch ohnehin immer ein großes Stück weit Hobby. Was er dagegen an den Nagel hängt, ist sein weit weniger bekannter "echter" Job: Langley stand knapp 40 Jahre als Lehrer im Dienst der Stadt Hamburg - eingesetzt an der G13 in Bergedorf-West.

Kurz vor ihrem Abschied aus dem aktiven Dienst im Bezirksamt wird Sozialdezernentin Angela Braasch-Eggert (65), langjährige Vorsitzende des Deutschen Jugendherbergswerks, in Bangkok zur Präsidentin des Jugendherberge-Weltverbandes gewählt. Damit leitet sie von August an für zwei Jahre die Geschicke der 4000 Jugendherbergen in 90 Ländern mit gut 35,3 Millionen Übernachtungen.

Der Wiener Mortimer M. Müller wird am 31. August neuer Bergedorfer Schloss-Schreiber. Der 31-Jährige überzeugt die Jury mit seiner mörderisch-ironischen Kurzgeschichte "Moorpackung" und führt das "Amt" des Schloss-Schreibers im September zu neuer Bekanntheit. Der Wiener gibt mehrere Lesungen, einen Schreib-Workshop, eine literarische Wanderung - und beweist in seinem Blog über Bergedorf und die Bergedorfer seine scharfzüngige Beobachtungsgabe.

Prof. Herbert Rühl, Gründer des Bergedorfer Musikanten-Wettstreits, stirbt Anfang September mit 89 Jahren. Zeitlebens war es sein Ziel, vor allem Kindern und Jugendlichen das Musizieren näher zu bringen. Von 1959 bis 1985 leitete er die Jugendmusikschule Hamburg.

Waldemar Kluch (56), Chef des Boxstalls "Universum" und Betreiber des Dima-Sportcenters am Havighorster Weg in Lohbrügge, wird vom Hamburger Landgericht im September zu drei Jahren Haft verurteilt. Es ist der Schlusspunkt in einem langwierigen Verfahren um Morddrohungen an Konkurrenten und Geschäftspartner per SMS sowie Prozessbetrugs. Acht Wochen später legt das Amtsgericht Wandsbek noch nach: Wegen nicht bezahlter "Kampfbörse" in Höhe von 190 000 Euro an den ehemaligen Boxweltmeister im Mittelgewicht, Sebastian Zbik, gibt es weitere acht Monate auf Bewährung.