Ein echter Quantensprung

Von Heinrich Rohne

Rüsselsheim.
Quantensprung - das ist ein großes Wort für ein kompaktes Auto. Aber so viel steht jetzt schon fest: Mit dem neuen Astra wird Opel einen großen Schritt nach vorn kommen, auch wenn er in Länge, Breite und Höhe weniger zu bieten hat als sein Vorgänger. Doch bringt die neue Architektur mehr Raum für Passagiere und Gepäck und der Leichtbau weniger Gewicht. Das, die neuen sparsamen Antriebe, das dynamischere Design und Infotainment plus Vernetzung schaffen einen großen Vorsprung vor dem bisherigen Astra.

Und die fünfte Generation, die ab 17.260 Euro in den Handel kommt, glänzt mit einem Feature, das andere in dieser Klasse noch nicht haben. So haben sich die Designer und Ingenieure besonders des Thema Lichts angenommen. Für 1.150 Extra-Euro bietet Opel ein Lichtpaket an, das bisher nur in gehobenen Klassen angeboten wird: LED-Matrix-Licht; genauer: "Intellilux LED Matrix Licht". Der Unterschied bei der Ausleuchtung zwischen LED- und Xenon-Scheinwerfern ist etwa so groß wie der bei Halogen- und Xenon-Licht. Obendrauf kommt nun noch die Matrix-Technologie, bei der entgegenkommende Fahrzeuge ausgeblendet werden. Sie sehen nur das Abblendlicht, während das eigene Fahrzeug außerhalb von Ortschaften ständig mit Fernlicht fahren kann. Den Sicherheitsvorteil durch ein früheres Erkennen von Hindernissen bewertet Opel mit 1,3 bis 1,8 Sek, was bei 80 km/h eine Strecke von 30 bis 40 Metern bedeutet - ein lebensrettender Zugewinn.

Ein Licht ist auch den Innenraumdesignern aufgegangen. Endlich stimmt Länge und Platzangebot überein. Obwohl um fast fünf Zentimeter in der Länge auf 4,37 Meter sowie in der Breite um 3,4 und in der Höhe um 2,6 Zentimeter geschrumpft, bietet der Astra nun deutlich mehr Platz - vor allen Dingen im Fond. Das Kofferraumvolumen liegt mit 370 bis 1.210 Liter jetzt auf Wettbewerbsniveau.

Wie schon beim Insignia ging es auch der unübersichtlichen Knöpfchenvielfalt der vierten Astra-Generation an den Kragen. Zentrales Element ist ein großer Touchscreen zwischen den vorderen Sitzplätzen. Über ihn wird unter anderem die Integration für Apple- und Android-Smartphones gesteuert.

Zwei Technologiepakete verdienen es, aus dem breiten Angebot an Neuheiten hervorgehoben zu werden. Eines ist das Infotainment-System, das auch einen Internet-Hotspot bereitstellen kann und das Opel-Onstar-System für 490 Euro Aufpreis. Dahinter steht ein Assistenzangebot, das nicht nur den automatischen Notruf sowie die Ortung des gestohlenen Autos bereitstellt, sondern auch einen Menschen am anderen Ende der Mobilfunkverbindung Hilfe anbietet.

Auch das Design hat deutlich zugelegt. Der neue Astra erscheint jetzt muskulöser und durchtrainierter. Er wirkt jetzt weniger aufgeplustert, aber breit, dynamisch und drahtig wie ein Coupe.

Unter der Haube bedient sich der Astra einer neuen Motoren-Generation. Es geht los mit einem 1,4-l-Benziner mit 100 PS, dann folgt der 1.0 Ecotec-3-Zylinder-Turbo mit 105 PS. Dann kommen die Vierzylinder, die bei 1,4 Litern Hubraum und mit Turboaufladung 125 oder 150 PS leisten. Top-Aggregat ist der 1,6-l-Turbo mit 200 PS. Bei den Dieseln stehen 1,6 CDTI mit 95, 110 und 136 PS zur Verfügung. Und nach ersten Fahreindrücken schwingt sich selbst der Einsteiger mit 105 PS zu einem flotten Fahrverhalten auf.

Der neue Astra überzeugt also mit komplett neuer Architektur, neuen Antrieben und zeitgemäßer Konnektivität. Schon ein Quantensprung.