Wikingerschlacht: Fair gekämpft und dann gefeiert

Schwarzenbek
(daf).
Eine Zeitreise ins 9. Jahrhundert mit buntem Markttreiben, spannenden Schwertkämpfen, altem Handwerk und Musik - diese Zutaten bestimmten die Atmosphäre bei der ersten "Wikingerschlacht" in der Europastadt.

Veranstaltet wurde das Spektakel vom Schwarzenbeker Ehepaar Stefan und Martina Frye. Zehn Zelte hatten Nordmänner und römische Gladiatoren am Wochenende rund um das Amtsrichterhaus aufgeschlagen, um den Besuchern eine Vorstellung zu geben, wie das Leben in der Antike ablief. Der rauchige Geruch der offenen Feuerstellen lag in der Luft. Vor den Zelten standen grobe Holztische und Bänke und Stühle.

Für die Besucher gab es viel zu entdecken: Kinder und Erwachsene konnten sich an den Ständen selbst ausprobieren, so wie Jannes Wienck: Der achtjährige Lüneburger durfte seine Kampfkunst gleich mit verschiedenen Schwertern ausprobieren. "Mein Gegner hat gleich zweimal um Gnade gewinselt, einmal habe ich ihm mit dem Schwert auf den großen Zeh gehauen"; berichtet der kleine "Nachwuchs-Wikinger". Der neunjährige Marvin Ernst wurde unterdessen von dem bärtigen Nordmann "Jae, der Rabe" mit Pfeil und Bogen und Wurfsternen ausgerüstet und in die Bogen- und Wurftechnik eingewiesen.

Spannend waren auch die Schaukämpfe, die sich die verschiedenen Krieger lieferten. So wie etwa der "Retarusk"-Kämpfer Alexander Kulisch, der mit seinem Wurfnetz und einen langen Dreizack seine Gegnerin Svenja Grosser geschickt abwehrte.

"Unsere Ausrüstung und Waffen sind alle authentisch. Mein Helm wiegt etwa fünf Kilo. Beim Kampf muss man voll bei der Sache sein, da das Verletzungsrisiko hoch ist", berichtet die römische Gladiatorin, die sich beim Kämpfen auch schon mal das Nasenbein gebrochen hat. Spaßig anzusehen hingegen war ein altes Trinkspiel, bei dem die Kontrahenten mit verbundenen Augen versuchen mussten, ihren Gegner mit einem mit Stroh und Lumpen gefüllten Jutesack zu treffen.