Glücksbringer

Ins neue Jahr mit Kleeblatt, Schornsteinfeger und Co.

Schwarzenbek (rz). Glücksbringer wie vierblättriger Klee, Schornsteinfeger, Fliegenpilze, Hufeisen und Marienkäfer haben heute Hochkonjunktur.

In den Blumenläden gibt es sie meist alle auf einmal in einem Topf oder Strauß hübsch dekoriert. "Das ist nett und gehört einfach zu Silvester dazu. Man wünscht dem Beschenkten damit Glück für das neue Jahr", sagte die Floristin Karin Garbers. Sie verkauft heute das letzte Mal Klee, Schornsteinfeger und Fliegenpilze, denn sie schließt ihren Laden Mitte nächsten Jahres nach fast zwanzig Jahren.

Der vierblättrige Klee in ihrem Blumenladen in der Passage kommt aus Vierlanden und ist gezüchtet. In der Natur sind sie selten und sie zu finden ist Glückssache. Soll es seine Wirkung voll entfalten, darf man es angeblich nicht mit der Hand abreißen, sondern muss es mit den Zähnen pflücken. Man soll es auf Reisen mitnehmen, um heil anzukommen. Näht man es in die Kleidung schützt es angeblich vor dem Bösen. Legt man das Kleeblatt heimlich in den Schuh einer Person, die man gewinnen wollte, kommt diese sicher zu einem. In den Rocksaum einer Ehefrau genäht, bringt es angeblich Kindersegen. Die Legende sagt, dass Eva bei der Vertreibung aus dem Paradies ein Kleeblatt mitgenommen haben soll. Wer ein solches Blatt besitzt, hat also ein Stück aus dem Paradies.

Schornsteinfeger werden meist als niedliche Gesellen aus Ton, Papier oder Pfeifenreiniger gebastelt und in den Klee gestellt. Früher war es eine Katastrophe, wenn der Kamin verstopft war oder schlecht zog. Dann wurde das Haus kalt und es konnte nicht gekocht werden. Die Rettung brachte der Kaminkehrer, der den Schlot reinigte. Seine Arbeit war wichtig, um Häuserbrände zu verhüten, die entstanden, wenn sich der Ruß entzündete. So entwickelte sich der Brauch, dass es Glück bringt, einen Schornsteinfeger zu berühren oder den goldenen Knopf seiner Jacke anzufassen.

Ein Hufeisen gilt als Glücksbringer, weil es zu einem Lebewesen gehört, das seit Menschengedenken Stärke und Kraft symbolisiert. An Türbalken befestigt, bringt es den Bewohnern Glück und beschützt das Anwesen. Die Ausrichtung des Hufeisens ist dabei wichtig: Zeigt die Öffnung nach unten, fällt das Glück heraus. Auch das Schwein gilt als Glücksbringer: Bereits für die germanischen Völker war es ein heiliges Tier. Es steht für Wohlstand und Fruchtbarkeit. Denn wer viele Schweine hatte, war damit auch reichlich mit Nahrung versorgt. Bei Wettbewerben im Mittelalter bekam der Verlierer häufig ein Schwein als Trostpreis. Daher rührt möglicherweise die Redewendung "Schwein gehabt".

Wer richtig abergläubig ist, hält sich nicht nur an Glücksbringer, sondern vermeidet auch Unglücksbringer. So soll es angeblich Unglück bringen, 13 Gäste zur Feier einzuladen und zwischen Weihnachten und Neujahr Wäsche zu waschen. Ebenso soll man in der Silvesternacht nicht pfeifen, denn das lockt böse Geister an. Läuft dann noch eine schwarze Katze von links nach rechts über den Weg, hilft auch kein Kleeblatt mehr.