Erinnerungen

So schön war Weihnachten in unserer Kindheit

Schwarzenbek (pas). Weihnachten - das bedeutete, dass die Mutter selbst Marzipan machte und dass sich das ganze Dorf in der kleinen Kirche versammelte, um sich das Krippenspiel anzusehen.

Gertrud Pauli hat sehr schöne Erinnerungen an die Weihnachten ihrer Kindheit. "Damals bekamen wir nicht so viel wie die Kinder heute, aber wir haben uns über jede Kleinigkeit gefreut", erzählt die 71-Jährige, die in Möhnsen aufwuchs.

Das Geld für die Puppe, die sich Gertrud Pauli als Kind so lange wünschte, hatten die Eltern erst zusammengespart, als sie mit zehn Jahren schon fast zu alt für dieses Spielzeug war. "Trotzdem war ich so froh, als ich die lange ersehnte Puppe endlich geschenkt bekam", erinnert sie sich.

Der als Weihnachtsmann verkleidete große Bruder gehörte für die heute 71-Jährige genauso zu jedem Fest wie das Mensch-Ärger-Dich-Spielen mit der ganzen Familie nach der Bescherung.

Wenn Gitti Nagel in ihren Kindheitserinnerungen an Weihnachten kramt, dann erinnert sie sich vor allem an die Vorfreude und dass ihre Eltern immer die Wohnzimmertür verschlossen, wenn sie in der Wohnung in Berlin den Weihnachtsbaum mit Kugeln und Kerzen behängten. "Der Baum wurde erst am 24. Dezember geschmückt, nicht wie heute oft, schon Tage vorher", sagt die 65-Jährige.

Geschenke gab es erst, nachdem sie gemeinsam mit ihrem Bruder Weihnachtsgedichte aufgesagt hatte. "Draußen vom Walde komm ich her", kann Gitti Nagel heute noch im Schlaf herunterbeten. "Meistens bekamen wir ein Spielzeug geschenkt, zum Beispiel hat meine Mutter für meine Puppe ein neues Kleid gestrickt", sagt die 65-Jährige.

Von der Mutter selbst genähte Puppenkleider lagen auch bei Herta Vogel oft unter dem Weihnachtsbaum. "Wir waren immer so aufgeregt vor Heiligabend", erzählt die heute 85-Jährige, die als Kind in Hamburg lebte.

Sehr gut erinnert Herta Vogel sich auch noch, dass sie sich mit zehn oder elf Jahren die damals unter Mädchen gern gelesene Erzählung "Goldköpfchen" gewünscht hatte. "Meine Eltern haben das Buch nicht besonders gut versteckt, ich habe es schon vor Weihnachten gefunden", erinnert sie sich. Als es schließlich auf dem Gabentisch lag, kannte die Schwarzenbekerin bereits dessen Inhalt.

Auch heute hat das Weihnachtsfest für die Seniorin noch einen sehr hohen Stellenwert. "Ich stelle mir nach wie vor immer einen eigenen Tannenbaum in die Wohnung", erzählt die 85-Jährige Schwarzenbekerin . Das Krippenspiel der Enkel, der Besuch der Schwester und das Essen bei den Schwiegereltern ihres Sohnes gehören für sie in jedem Jahr dazu.