Winterblumen

Blütenpracht zu Weihnachten

Schwarzenbek (rz). Bei Schnee und Kälte sorgen Weihnachtssterne, Christrosen und Amaryllis für frische Pracht.

Die Winterblüher dekorieren das Zimmer zur Weihnachtszeit und sind ein schönes Geschenk im Advent. "Die Weihnachtssterne, die wir hier verkaufen, stammen zu 90 Prozent aus Deutschland, aber ursprünglich kommt die Blume aus Amerika", erzählt Floristin Bettina Scheumann.

Der Naturforscher Alexander von Humboldt brachte ihn 1804 von einer Amerikareise mit. Der Berliner Botaniker Carl Ludwig Willdenow katalogisierte die Pflanze und gab ihr den Namen Euphoriba pulcherrima. Vermarktet wurde die leuchtend rot blühende Blume jedoch von dem aus Deutschland eingewanderten Amerikaner Paul Ecke. Er kultivierte die in der Nähe seiner kalifornischen Farm wachsenden Pflanzen. Sein Sohn Paul verkaufte dann die Blüten nicht irgendwo, sondern in Hollywood auf dem Sunset Boulevard. Dort also, wo die Stars dieser Welt ihren Stern auf dem "Walk auf Fame" haben. So startete die Weltkarriere des Weihnachtssterns.

Heute wird er als Schnittblume und als Topfpflanze verkauft und es gibt ihn in knalligem Rot sowie in zartem Rosa oder hellem Grün. "Weihnachtssterne brauchen einen warmen Standort und sollten mit lauwarmem Wasser mäßig gegossen werden. Zu viel Nässe vertragen sie nicht", sagt Bettina Scheumann. Ganz angesagt sind sogar wärmende Stulpen für die Übertöpfe aus grobem Strick im Zopfmuster.

Der Christrose (Helleborus niger) sagt man magische Kräfte nach, weil ihre Blüten sogar Eis und Schnee trotzen. Früher glaubten die Menschen, sie könne vor Krankheiten und bösen Geistern schützen. Auch von einer Legende ist die Christrose umrankt: Die kleine Hirtin Madelon sah in der Nacht, in der Jesus geboren wurde, drei weise Männer und mehrere Hirten, die auf dem Weg waren, dem Neugeborenen Geschenke zu bringen. Sie war traurig, weil sie nichts hatte, das sie dem Kind schenken konnte. Ein Engel sah ihre Tränen und fegte den Schnee zur Seite. Dort wuchs eine wunderschöne Blume mit weißen Blüten, die Christrose.

Allerdings ist die Christrose giftig von der Wurzel bis zur Blattspitze. In der Antike wurde das Gift sogar als "chemische Waffe" eingesetzt. Damit wurde das Trinkwasser der Feinde verseucht. Das Gift erzeugt Übelkeit, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen. Nach dem Anfassen der Christrose sollte man sich deshalb die Hände waschen.

Die Blume, die meistens weiß, aber auch hellrosa oder gelblich blüht, muss in einem kalten Zimmer stehen. Nach dem Winter kann sie bei milden Temperaturen in den Garten gepflanzt werden. Dort benötigt sie humus- und kalkreichen Boden, möglichst im Halbschatten.

Auch eine andere Exotin hat im Winter Hochsaison: Die Amaryllis. Blumenliebhaber erwerben sie als Schnittblume, die Solo mit ein paar Zweigen in einer hohen Vase am besten wirkt. Aber auch als Knolle im Topf ist sie ein schönes Geschenk. Auf einer Fensterbank in warmer, heller Umgebung lässt man sie wachsen. Ist der Austrieb eine Handbreit groß, gießt man sie regelmäßig.