Bücherflohmarkt

Lesestoff für Schnäppchenjäger

Schwarzenbek (rz). "Eigentlich wollte ich nur mal gucken", sagte Gisela Berger, die am Sonnabend nach ihrem Einkaufsbummel eine Stippvisite beim Flohmarkt der Bücherei im Rathaus machte.

Dann stöberte die 61-Jährige doch knapp eine Stunde lang in den Bücherbergen im Foyer des Verwaltungsgebäudes und ging dann voll bepackt zur Kasse. Zwölf Euro für 17 Bücher - ein Schnäppchen. Den Roman "Russka" von Edward Rutherfurd wollte sie immer schon mal haben, "Die Strauß-Dynastie" von Peter Prange spricht für ihren Wissensdurst über Musik, und drei Bücher mit plattdeutschen Geschichten wird sie nun ebenfalls "verschlingen", denn sie hat ein Faible fürs Niederdeutsche.

Etwa 8000 Bücher, Spiele, Musikkassetten und Videofilme bot die Bücherei für 50 Cent bis zwei Euro beim zweien Flohmarkt in diesem Jahr an. Der Ansturm auf die Verkaufsaktion der Stadtbücherei sprach wie schon im Frühjahr Bände: Die lesefreudigen Schwarzenbeker standen schon kurz vor der Öffnungszeit um 9 Uhr vor der Tür und schleppten dann voll bepackte Tüten und Kistenheraus. Besonders gefragt waren die Taschenbücher für 50 Cent, Romane und Handarbeitsbücher. Zweieinhalb Stunden späterhatte die Bücherei schon 1000 Euro eingenommen.

Für den Flohmarkt hatten die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei Bücher, die inhaltlich nicht mehr aktuell oder etwas verschlissen sind, aus dem Bestand aussortiert. Auch Spenden der Schwarzenbeker wurden angeboten. Darunter waren auch ein paar "Oldtimer" wie das Originalspiel "Buchstabensuppe" aus den 1960er-Jahren. Sachbücher wie "Steuererklärung 2006" und "Kassenleistungen voll ausschöpfen" aus dem Walhalla-Verlag von 2007 wollte aber niemand mehr haben.

Mit den Flohmärkten, die mittlerweile zweimal im Jahr ausgerichtet werden, will die Stadtbücherei einen eigenen Beitrag zur Konsolidierung des defizitären Haushalts der Stadt leisten, denn wegen der angespannten Finanzlage steht auch die Bücherei zur Disposition. Diskutiert wird über die Erhöhung der Gebühren ebenso wie über eine Privatisierung. In diesem Jahr hat die Bücherei das Veranstaltungsprogramm gekürzt und Personalkosten durch verkürzte Öffnungszeiten gespart. Von den Einnahmen aus dem Flohmarkt sollen die Regale in der Bücherei mit neuen Medien aufgefüllt werden.