Amtsrichterhaus

Kunst, Kürbissuppe und Apfelpunsch

Schwarzenbek. Die gelernte Keramikerin Marianne Prätorius kommt ins Schwärmen, wenn sie über Raku erzählt. Das ist eine spezielle und schwierige Brenntechnik, der sich die Kunsthandwerkerin aus Schiphorst verschrieben hat.

Das Raku-Brennen entstand vor Jahrhunderten in Japan (raku bedeutet Freude). Das glasierte oder unglasierte Gefäß wird dabei nicht wie üblich im Ofen gebrannt, wo es dann langsam auskühlt.

"Beim Raku wird der Scherben im Freien gebrannt", erläutert die Keramikerin. Die rot glühenden Gefäße werden mit einer Zange aus dem Ofen genommen und kommen dann in einen Behälter mit organischem Brennstoff wie Heu, Sägespänen oder Laub. Dort werden sie luftdicht eingebettet. Der entstehende Kohlenstoffrauch und Mineralien, die im organischen Brennstoff enthalten sind, wirken auf den Ton und die Glasur. Die Farbe verändert sich, Kohlenstoff dringt in die Haarrisse der Glasur ein, Blatt- oder Grasabdrücke verewigen sich. "Den Vorgang kann man nur bedingt steuern. Es entsteht immer ein Unikat", schwärmt Prätorius.

Wer dieses Kunsthandwerk einmal selbst ausprobieren oder Gefäße erwerben möchte, hat dazu beim 17. Kunsthandwerkermarkt am und im Amtsrichterhaus am Körnerplatz 10 Gelegenheit. Ex-Kustos Hans-Jürgen Rumpf richtet ihn am morgigen Sonnabend, 3. November, sowie am Sonntag, 4. November, aus. Die Raku-Brenntechnik können die Besucher im Freien probieren und selbst eine Fliese fertigen.

Insgesamt präsentieren sich in dem Fachwerkhaus am Körnerplatz und im dazu gehörigen Justizgarten mehr als 30 Kunsthandwerker. Jens Müller und Sören Binger schmieden mit Kindern Objekte aus Eisen und Kupfer für den Garten. Janice Luther verkauft handbemaltes Porzellan und Dieter Hafner stellt seine bunten Vogelhäuser vor. Fröhlich und bunt sind die Taschen aus Stoff, die Sabine Reese-Piper aus Schwarzenbek anfertigt und mit aufwendigen Applikationen verziert.

Kalender mit liebevollen Fotos seiner Katzen Riesling, der sich immer in den Weinranken versteckt, sowie Mäcki, Hilde, Marie und Tüpfelchen bietet der Fotograf Peter Behrendt an. Christa Seibt aus Basthorst präsentiert Mützen und Hüte aus Filz sowie Ketten aus wertvollen, alten Perlen, die sie seit Jahrzehnten sammelt. Außerdem gibt handgemachte Seifen, Schmuck aus Papier, Gestecke aus Trockenblumen, Teddys, Kleidung für Kinder, Damenmode, Fußabtreter aus Seemannsknoten und vieles mehr. Zusätzlich ist das Galerie-Café im Dachgeschoss geöffnet. Im Garten können die Besucher Kürbissuppe und Apfelpunsch genießen. Der Kunsthandwerkermarkt ist morgen von 12 bis 18 Uhr, am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Kunstfreunde können sich aber auch gleich das darauf folgende Wochenende vormerken. Dann zeigt dort die Malgruppe Fakt ihre Bilder.