Nachwuchstalent

Virtuose will Filme vertonen

Schwarzenbek (gb). Er ist erst 15 Jahre alt, gebürtiger Schwarzenbeker und schon jetzt eine der starken Persönlichkeiten in der Europastadt: Rosbeh Hamidzadeh Khayyat. Am Sonnabend erhielt er den Jugend-Förderpreis der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

Den symbolischen Scheck über 1000 Euro überreichte im Möllner Stadthauptmannshof der Jury-Sprecher Jörg Geschke. Das Geld wird jedoch nicht ausgezahlt, sondern zweckgebunden in die Finanzierung der Unterrichtsstunden in Kompositionslehre investiert.

Der Gymnasiast spricht Deutsch, Persisch, Englisch und Französisch. Aber nicht nur: Er snackt ok Platt. Beim Niederdeutsch-Wettbewerb "Schölers leest Platt" versetzte er bereits vor drei Jahren mit dem Zungenbrecher-Text "Isenbahn-Oma" die Jury ins Staunen. Damit sicherte er sich den ersten Preis, belegte auch später die vorderen Plätze bei den Plattdeutsch-Regionalwettbewerben.

"Sagen wir so: Ich kann Platt verstehen, auch sehr gut lesen und vorlesen. Aber selbst Platt snacken traue ich mir nur bedingt zu", sagt der 15-Jährige bescheiden. Er ist mehrsprachig aufgewachsen. Eine Sprache hat es ihm bereits in seiner Kindheit ganz besonders angetan: die Sprache der Musik. Rosbeh spielt exzellent Klavier, aber auch Schlagzeug und Gitarre.

"Ich habe eine fünf Jahre ältere Schwester, die Klavier gespielt hat. Als ich sechs war, machte mich das einfach neugierig, ja fast eifersüchtig. Ich wollte unbedingt auch spielen. Und so kam es: Ich fing an, meine Schwester hörte auf", erzählt der Gymnasiast.

Seit neun Jahren bekommt Rosbeh Klavierunterricht bei der Kreismusikschule, zurzeit bei Marija Ferenèak. Bei ihr erlernt und verfeinert der Schwarzenbeker die Kunst des Klavierspiels mit dem Schwerpunkt Klassik. Doch er hat zugleich eine andere Leidenschaft entwickelt - das "Komponieren". "Ich habe noch nichts zu Papier gebracht, aber ich komponiere im Kopf und spiele es einfach", erklärt Rosbeh, legt seine Hände auf die Tastatur des Flügels in der Aula des Schwarzenbeker Gymnasiums und legt los. Spätestens, wenn er improvisiert, wird klar: Hier ist ein talentierter junger Musiker voller Ideen und Fantasie am Werk, dessen linke Hand das harmonische Gerüst erzeugt, während die Rechte locker-flockig und dennoch absolut sicher über die Tastatur gleitet und fantasievolle Passagen, Akkorde und Klangkaskaden ertönen lässt.

Ob Literaturstücke oder eigene Klavierimprovisationen - seine Musik ist beliebt. Bei Schulfeiern oder Musikabenden sowie Kulturevents wie etwa "Beat 'n' Dance" beim letzten KulturSommer ist Rosbeh Hamidzadeh Khayyat meist dabei.

Ob er die Musik zu seinem Beruf machen wird, ist noch offen. Auf alle Fälle ist Rosbeh "ganz scharf" darauf, seine Improvisationskunst weiter zu verfeinern und sein Können bei der Komposition von Filmmusik einzusetzen. "Die Verknüpfung der Musik mit Bildern ist genau das, was mich fasziniert", sagt er - und der Förderpreis macht es möglich.