Betreuung

Fünfte Kita: Nur Spielzeug fehlt noch

Schwarzenbek. Die fünfte Kindertagesstätte ist eröffnet: Der Lübecker Architekt Claus Breuer übergab gestern Vormittag im Beisein von Politikern, Stadtvertretern und Gästen aus anderen Kitas der Stadt den symbolischen großen Schlüssel an die Leiterin der Einrichtung der Johanniter-Unfall-Hilfe, Manuela Mau.

"Es ist alles noch ein bisschen leer hier ohne Kinder, aber am Donnerstag kommt hier Leben hinein. Die Hortkinder, die wir jetzt schon betreuen sind noch in der Schule und die Kleinen kommen am 1. November das erste Mal zu uns", erläuterte Sandra Zitzer, Mitglied im hauptamtlichen Vorstand der Johanniter.

"Wir kommen mit dieser Einrichtung dem gesetzlichen Anspruch der Eltern auf einen Kitaplatz ein deutliches Stück näher", freute sich Bürgermeister Frank Ruppert. Die ersten Kinder, die in den neu gestalteten Räumen an der Breslauer Straße betreut werden, sind Grundschüler, die die Hortgruppe besuchen. Sie hatten ihr Domizil seit Schuljahresbeginn im August im Pavillon der alten Realschule.

Der Hort ist dann nach dem provisorischen Start bereits Mitte Oktober in die neue Kita umgezogen (wir berichteten). Dort haben die acht Hortkinder einen Raum zum Spielen und einen zum Ausruhen und Hausaufgaben machen. Insgesamt investierten die Johanniter 715 000 Euro in den Umbau der alten Räume der Compeschule, die früher das Förderzentrum "Centa Wulff" beherbergten. Davon stammen 455 000 Euro aus dem Haushalt der Hilfsorganisation, der Rest sind Zuschüsse vom Land und vom Kreis.

Die Kinder können sich nicht nur über frisch renovierte und hell eingerichtete Gruppenräume, sondern auch über einen schönen Garten mit vielen Spielgräten aus Holz sowie einen Bewegungsraum mit Sportgeräten freuen. Das Spielzeug ist allerdings noch nicht angekommen. "Wir hoffen, dass es bis zum Donnerstag, wenn die Kinder kommen, auch da ist", sagte der stellvertretende Kita-Leiter Sidney Borgert. Dann wird es "ernst" für das Team, denn es gilt, die Kinder schnell an die neue Umgebung zu gewöhnen. "Wir haben viele Ideen für unser pädagogisches Konzept, aber bis zum Jahresende steht erst einmal die Eingewöhnung im Vordergrund", sagte der 29-Jährige.

Insgesamt gibt es in den neuen Räumen bei den Johannitern an der Breslauer Straße 30 Krippen-, 20 Regel- und 15 Hortplätze. Die Betreuung eines Krippenkindes kostet die Eltern 326 Euro monatlich. Für einen Regelplatz (drei bis sechs Jahre) werden 210 Euro fällig und ein Hortplatz (Grundschüler) kostet 120 Euro. Vier Kinderpfleger und sozialpädagogische Assistenten, ein Krippenerzieher, sechs Erzieher, ein Sozialpädagoge und ein Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst betreuen die Kinder.

Förderung weiter unklar

Allerdings ist bei allen fünf Kitas in der Stadt sowie sämtlichen weiteren Einrichtungen im Kreis nicht sicher, wie viel Geld sie in 2013 bekommen werden und ob die Eltern dann mit weniger Betreuung oder höheren Kosten rechnen müssen. Wie berichtet, ändert der Kreis die Verteilung der Zuschüsse. Schwarzenbek hat bereits die Verträge mit allen Kitas gekündigt, die Wählergemeinschaft FWS will sich aber dafür einsetzen, dass die bisherigen Regelungen in Schwarzenbek bis Ende 2013 fortgesetzt werden. Dann bliebe Zeit, neue Verträge auszuhandeln. Mit den Kitas hat sich gestern Abend der Sozialausschuss befasst und die Verträge sind auch Thema auf der Einwohnerversammlung am Donnerstag (18 Uhr, Festsaal des Rathauses).