Schülerprotest

"Lasst uns bitte nicht im Regen stehen"

Schwarzenbek. Keine Wolke am Himmel und strahlender Sonnenschein - dennoch stehen mitten in den Herbstferien drei Schüler des Gymnasiums Europaschule mit Regenschirmen auf dem Parkplatz an der Buschkoppel, um sich dort für unsere Zeitung ablichten zu lassen.

Das ist ihre Form des Protestes gegen die Kommunalpolitiker, die ihren Wunsch nach einem Buswartehäuschen seit fast einem Jahr immer wieder vertagen.

Geplant war eigentlich, dass die Schulbusse an der Möllner Straße halten. Zwei Fußwege zum Gymnasium wurden gebaut und im Jahr 2008 wurde dort eine zweite Fußgängerampel in Betrieb genommen. Doch stattdessen fahren die Schulbusse jetzt den Parkplatz an der Buschkoppel an. Zwar hat die Schule einen Fahrschülerraum, doch von dort ist die mehr als 500 Meter entfernt liegende Haltestelle nicht einsehbar. Bei Regen drücken sich die Schüler bisher unter das schmale Vordach der Sporthalle, das jedoch keinen echten Schutz bietet. Während der Sitzung des Schülerparlaments äußerten im Dezember vergangenen Jahres deshalb einige Klassensprecher den Wunsch nach einem Unterstand.

Der Kinder- und Jugendbeirat (SKJB) nahm den Wunsch gerne auf: Die Beiratsmitglieder Melf Johannsen und Maike Schäfer (beide 19) sind selber Schüler der Europaschule. Sie fragten auch bei Regional- und Gemeinschaftsschule an, doch dort gibt es keinen akuten Handlungsbedarf: Die Mensa der Regionalschule liegt wenige Meter von der Haltestelle entfernt. Weiter müssen die Schüler der Gemeinschaftsschule laufen: Ihre Haltestelle liegt nicht an der Berliner, sondern an der Frankfurter Straße - dort gibt es jedoch einen Unterstand.

Im Frühjahr sprachen die Schüler dann in der Stadtverwaltung vor und wurden ermutigt: Der Unterstand sei laut Aussage aus dem städtischen Bauamt bei der Planung schlicht "vergessen" worden. Zwischen 5000 und 10 000 Euro würde so ein Unterstand kosten, für den auch Fördermittel eingeworben werden könnten, haben die Schüler herausgefunden. "Vergessen" wurde dann jedoch, darüber abzustimmen: Zwei Mal stand der Unterstand bereits auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Ein Beschluss wurde jedoch nicht gefasst.

"Während der WVS-Messe haben wir Politiker und auch den Bürgermeister darauf angesprochen und uns in die Hand versichern lassen, dass es jetzt endlich etwas wird", sagt Maike Schäfer. In der Bauausschusssitzung am Donnerstag, 25. Oktober, soll nun tatsächlich der Auftrag vergeben werden. Ob mit dem Bau noch vor dem Winter begonnen werden kann, ist fraglich.