Eröffnung

Jugendtreff als Standortfaktor

Schwarzenbek. Anzug und Krawatte waren an diesem Abend kaum zu sehen: Zur offiziellen Eröffnung des neuen Jugendtreffs an der Hans-Böckler-Straße 2a kamen Politiker, Sponsoren und Nachbarn im legeren Outfit.

Obwohl die Kurse Ende August ihre Arbeit im neuen Haus aufnahmen und die Mitglieder des Sozial- und Kulturausschusses bereits Mitte September den ehemaligen Trakt der Compeschule besichtigten, war Jugendpfleger Norbert Lütjens beim offiziellen Festakt die Aufregung deutlich anzumerken.

Kein Wunder: In den vier Jahren, in denen Lütjens die Jugendarbeit in der Europastadt zu verantworten hat, war der Umzug aus dem Altbau am alten Markt beständig ein Thema gewesen. In seiner Ansprache dankte der Jugendpfleger neben den Sponsoren aus der Wirtschaft, die beim Umbau geholfen hatten (wir berichteten), auch den Politikern und seinen Kollegen in der Stadtverwaltung: "Als ich hier vor vier Jahren anfing, war die Bereitschaft groß, etwas Neues zu machen."

Neu waren vor allem die Methoden, wie das "Untertassen-Prinzip": Jugendliche erhalten im Treff kostenlos Kaffee und Tee, müssen jedoch Tasse und Untertasse benutzen. Das reizt zum Widerspruch und genau das ist das Ziel. Lütjens: "Wir wollen mit den Jugendlichen immer wieder und wieder derartige Diskussionen über soziale Normen führen." Das diese Gespräche fruchtbar verlaufen sind, bewies der Abend: Jugendliche führten als "Scouts" Besucher durch ihr Haus. Auch wer sich während der offiziellen Reden zum Pokern in den offenen Bereich zurückzog, packte beim Auf- und Abbau mit an.

Für Begeisterung unter den Besuchern sorgten auch Gymnasiastin Sarah Rutzen und Rapper Ilhan Böler mit einem Duett, das sie schon bei der Musikveranstaltung "Beat 'n' Dance" während des Kultursommers vorgetragen hatten. Der 18-jährige Rapper berichtete dann auch von seinen persönlichen Erfahrungen im Jugendtreff. Sein Fazit: Respekt ist wichtig.

Für Lütjens war der abschließende Dank an die versammelten Politiker wichtig: "Sie haben uns mit diesem Haus ein Werkzeug an die Hand gegeben", sagte der Jugendpfleger und versprach: "Wir können dafür sorgen, dass in der Stadt eine weitgehend angenehme Atmosphäre unter den Jugendlichen herrscht."

Fachtagung im November

Was kann offene Jugendarbeit leisten und was nicht? Darum geht es in einer Fachtagung, die am Donnerstag, 8. November, vom Jugendtreff ausgerichtet wird. Ab 15.30 Uhr sind an der Hans-Böckler-Straße Bürgermeister und Kommunalpolitiker, Jugendpfleger und Streetworker, Schulsozialarbeiter und Lehrer aus dem gesamten Kreisgebiet willkommen. Gastredner ist Professor Benedikt Sturzenhecker von der Uni Hamburg, einer der renommiertesten Jugendforscher und Autor vieler Bücher und Fachartikel. Anmeldungen nimmt Matthias Beck vom Fachdienst Jugend des Kreises unter m.beck@kreis-rz.de entgegen.