Kinderhort

So viel Spaß macht es in der "Not-Kita"

Schwarzenbek. Die hohe Nachfrage nach Hortplätzen zwang zu einer schnellen Übergangslösung: In der leer stehenden Realschule nutzt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) seit dem Schuljahresbeginn Räume des Pavillons für eine Hortgruppe.

Auch die Johanniter Unfallhilfe Lübeck, die derzeit die frühere Centa-Wulf-Schule an der Breslauer Straße zur fünften Kita umbaut, richtete in dem verwaisten Gebäude vorübergehend eine Not-Hortgruppe ein.

Der Grund für die Aktion: Bei den Eltern lagen zum Schuljahresbeginn die Nerven blank. Berufstätigkeit und den Schulbesuch des Kindes unter einen Hut zu bekommen, geht oft nur mit der Unterbringung im Hort. "In meinem Büro brachen Mütter in Tränen aus, weil es keinen Hortplatz für ihr Kind gab. Weder in unserer Kita Konfetti, noch in der Kita Kichererbse haben wir Platz für neue Hortkinder", sagte der ASB-Kita-Leiter Alexander Frädrich. In beiden Einrichtungen werden derzeit insgesamt 230 Kinder betreut. Darunter sind 48 Hortkinder.

16 davon gehören jetzt zu der neuen Gruppe im Pavillon. Sie gehen nach dem Unterricht zusammen mit den Erzieherinnen Andrea Zeh und Katharina Lechter in der Mensa der Grund- und Gemeinschaftsschule Mittag essen, spielen und machen Hausaufgaben.

Der Hortraum mutet wie eine Insel in der unwirtlichen, leeren Schule an. Die Wände sind in warmen Farben gestrichen und mit Zeichnungen geschmückt. Auf den Tischen stehen Obst und herbstliche Dekorationen. Für die Einrichtung werden Möbel der ehemaligen Centa-Wulf-Schule an der Breslauer Straße genutzt. "Die Hausmeister Gerd Iding und Hans-Werner Hammerich haben uns dabei sehr unterstützt", sagte Frädrich. Es sei sehr wichtig, dass die Kinder hier Geborgenheit haben, denn für einige Schulanfänger beginnt der Tag schon früh morgens in den Hortgruppen der Kitas. Dann gehen sie von dort aus in die Schule und nachmittags in den Hort im Pavillon. Wer nach 16 Uhr noch im Hort bleiben muss, geht dann wieder runter in die Kita.

Die Hortgruppe der Johanniter Unfallhilfe, die in dem Gebäude der früheren Centa-Wulf-Schule an der Breslauer Straße gerade die fünfte Kita der Stadt einrichtet, zieht schon in den Herbstferien aus dem Pavillon der Realschule in die neuen Räume um. Acht Hortkinder werden dort derzeit von den Erzieherinnen Manuela Mau und Stefanie Tilgner betreut. Die Gruppe ist aber nicht ausgelastet. "Sieben weitere Kinder können bei uns den Nachmittag nach der Schule hier verbringen", sagte die Manuela Mau. Die 49-jährige gelernte Erzieherin und Diplom-Sozialpädagogin wird die neue Kita leiten. Dort sind derzeit noch die Handwerker tätig, aber am 8. Oktober rollen die Möbelwagen an. Die Eröffnung ist für den 29. Oktober mit einem Tag der offenen Tür geplant. Am 1. November werden dort 75 Kinder betreut.

Dazu gehören zwei Krippengruppen mit jeweils zehn Kindern. Weil die Nachfrage nach Krippenplätzen sehr groß ist, werden die Regelgruppen, für die die Nachfrage geringer ist, auch Kinder aufnehmen, die zwei Jahre alt sind. Um ihnen gerecht zu werden, sind in diesen beiden Gruppen nicht wie üblich 20, sondern 15 Kinder. Zwölf Erzieher werden in der neuen Kita arbeiten.