Vergewaltigung

Sextäter schlägt erneut in Grove zu

Schwarzenbek. Der brutale Sextäter, der Mitte August auf einem Wirtschaftsweg zwischen Schwarzenbek und Grove eine 72-jährige Rentnerin überfallen hatte, hat offenbar erneut zugeschlagen: Unweit des ersten Tatorts fiel ein junger Mann am Montagabend über eine 33-Jährige her.

Im August überfiel er sein Opfer am frühen Nachmittag, diesmal schlug der Mann in den Abendstunden zu. Es geschah am Montag zwischen 20.45 und 21.20 Uhr. Der Täter wartete wieder auf dem Verbindungsweg zwischen Grove und Schwarzenbek. Die 33-Jährige lief regelmäßig über den Wirtschaftsweg für ihre abendliche "Walkingrunde".

Wie schon bei dem Fall im August verfolgte der Vergewaltiger sein Opfer zu Fuß. Plötzlich überholte er die 33-Jährige, fiel brutal über die Frau her und rang sie zu Boden. Anschließend schleifte er sein Opfer hinter sich her in ein angrenzendes Maisfeld. Obwohl die Frau laut um Hilfe schrie und sich mit Händen und Füßen wehrte, ließ sich der Mann nicht von seinem Vorhaben abbringen. Er schlug die Frau kräftig ins Gesicht, dann sollte die 33-Jährige ihren Peiniger oral befriedigen.

Später gelang es der Frau, sich zu befreien und wegzulaufen. Sie rief dann ihren Mann an, und gemeinsam erstatteten sie Anzeige bei der Polizei. Anschließend wollte die 33-Jährige ein Krankenhaus aufsuchen. Sie hatte Verletzungen im Gesicht erlitten.

Obwohl die Opfer an einem von Hundebesitzern, Radfahrern und Sportlern stark frequentierten Weg überfallen wurden und laut um Hilfe riefen, gibt es offenbar keine Zeugen. "Ich verstehe das nicht. An dem Weg ist doch immer so viel los. Die Polizei sollte dort Beamtinnen in Zivil einsetzen, um den Täter endlich zu fassen", sagte eine Dorfbewohnerin gestern. Das sieht auch Adolf Cordes, Landwirt und Betreiber der Biogasanlage am Grover Weg, so: "Wir sind erschrocken. Offenbar ist das ein Täter, der zu allem bereit ist und die Leute auf diesem Weg beobachtet und abfängt. Wir haben als Anlieger nach dem Vorfall im August Augen und Ohren offen gehalten und werden sofort die Polizei informieren, wenn wir etwas bemerken."

Die Kriminalpolizei in Geesthacht geht davon aus, dass beide Taten von demselben Mann begangen wurden. Die Beschreibungen des Täters decken sich in beiden Fällen. Jetzt fahndet die Polizei mit einem Phantombild. Der Täter ist zwischen 16 und 21 Jahre alt, 170 bis 180 Zentimeter groß und ein südländischer Typ. Der Mann ist sportlich und schlank, hat ein ovales Gesicht und auffallend glatte, gepflegte und gebräunte Haut. Er trägt sein dunkles Haar sehr kurz geschnitten. Der Täter spricht ein nahezu akzentfreies Deutsch.

Der Flüchtige war bei der ersten Tat mit einer dunklen Jogginghose mit einem breiten weißen Streifen an der Seite bekleidet und trug ein blaues, kurzärmliges Oberteil. Bei dem zweiten Überfall am Montag hatte er eine knielange Sporthose sowie ein weißes T-Shirt an und trug weiße Schuhe und Socken.

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter Telefon (0 41 52) 8 00 30 entgegen.