Nordic Walking

Die beste Medizin: Mit flottem Schritt durch den Wald

Schwarzenbek (pas). Frische Luft um die Nase und weichen Waldboden unter den Füßen - für Jan und Renate Lenz gehört das dazu. Seit acht Jahren läuft das Ehepaar dreimal pro Woche durch das Rülauer Holz - mit Turnschuhen und Stöcken.

Weil der Arzt den Tipp gab, fingen die beiden mit Nordic Walking an. "Rückenprobleme habe ich seitdem fast gar nicht mehr", sagt Jan Lenz. Und auch die Beschwerden am Knie von Ehefrau Renate sind nicht mehr aufgetaucht. "Früher habe ich gegen die Schmerzen Medikamente genommen, heute bewege ich mich. Das wirkt viel besser und macht mehr Spaß", sagt die 71-Jährige. Liefen die beiden anfangs nur 20 Minuten, sind sie heute 35 bis 50 Minuten unterwegs. "Dabei schaffen wir zwischen sechs und neun Kilometer", sagt Jan Lenz (70), der früher auf Leistung geschwommen ist.

"Als wir damals anfingen, haben uns noch alle komisch angeguckt. Inzwischen macht ja jeder zweite Nordic Walking, und man trifft immer wieder andere Sportler im Wald", erzählt Lenz. Auch im Winter läuft das Ehepaar strammen Schrittes durch das Rülauer Holz. "Nur bei Glatteis bleiben wir ausnahmsweise zu Hause", sagt Renate Lenz.

Im Sommer ärgern sich die begeisterten Nordic Walker allerdings immer wieder über teilweise zugewachsene Waldwege. "Das hohe Gras und die Brennnesseln machen es schwierig, mit den Stöcken vernünftig durchzukommen", sagte Renate Lenz. Die Stiftung Naturschutz hatte zuvor ihre Arbeiten an den Hauptwegen des Waldes zurückgefahren, weil es Proteste gegeben hatte: Wenn der Wald Urwald werden solle, dürfe man nicht so stark in ihn eingreifen hatte es geheißen.

So störend hohes Gras auch ist, die ursprüngliche Natur hat auch ihre guten Seiten, findet das Ehepaar. Auf ihren Touren entdecken die beiden immer wieder Waldtiere, mal huscht ihnen vor der Nase ein Reh übern Weg, mal entdecken sie einen Kaiman im Gebüsch. "Wirklich", sagt Jan Lenz und zeigt ins Gehölz. Tatsächlich meint man dort die Umrisse einer Echse zu erkennen. Allerdings nur aus einer ganz bestimmten Perspektive. Eine alte Baumwurzel und ein Ast lassen diese Illusion entstehen. Auch ein Krokodil und sogar eine afrikanische Antilope mitten im Schwarzenbeker Wald hat das walkende Ehepaar so schon entdeckt - und aus der richtigen Perspektive mit dem Fotoapparat festgehalten. "Meine Digitalkamera habe ich für solche Fälle immer griffbereit", sagt Jan Lenz.