Sucht-Präventionswoche

Wenn der Rausch den Blick trübt. . .

Schwarzenbek. Die Zahl der Minderjährigen, die rauchen oder Alkohol trinken, ist rückläufig. Das geht aus dem Drogenbericht 2011 der Bundesregierung hervor. Für Jürgen Eulenpesch, Leiter der Alkohol- und Drogenberatung im Kreis, ist dies jedoch kein Anlass für Entwarnung.

Auch wenn die Zahl der jugendlichen Alkoholkonsumenten sinkt, nimmt die Zahl derer, die nach dem gemeinschaftlichen Koma-Saufen ärztlich behandelt werden müssen, zu.

Gleiches gilt für den Bereich Nikotin: Während der Zugang zu Zigaretten für Minderjährige erschwert wurde, erfreut sich andererseits die "Shisha" großer Beliebtheit. Dabei ist das Rauchen einer Wasserpfeife gefährlicher als die Zigarette: Der mit Fruchtaromen versetzte Tabak verglimmt nur, statt zu verbrennen. Dadurch gelangen mehr Schadstoffe in den Rauch, der durch das Wasser gekühlt und deshalb tiefer inhaliert wird. Obwohl eigentlich verboten, werden Shisha-Bars und Shisha-Zelte auf großen Volksfesten gern von Jugendlichen besucht. Ein Hinweis auf die Altersbeschränkung wie bei Zigaretten fehlt meistens.

"Es geht nicht darum, Horrorgemälde zu zeichnen, sondern genauer hinzuschauen", sagt Eulenpesch. Das tun in dieser Woche auch mehr als 600 Schüler der Schwarzenbeker Schulen: "KlarSicht" ist ein Mitmachparcours zur Suchtprävention, der vor fünf Jahren von der Landesstelle für Suchtfragen entwickelt wurde. 2009 konnte der Parcours bereits in Geesthacht und Ratzeburg von Schülern genutzt werden. Mit Unterstützung der Krankenkasse AOK, der Landesstelle, der Alkohol- und Drogenberatung sowie der Schützengilde, die ihre Halle an der Schützenallee kostenlos zur Verfügung stellt, ist das Projekt jetzt erstmals in der Europastadt zu Gast - bis Freitag.

An folgenden Tagen kann jeweils eine Schulklasse noch teilnehmen: Mittwoch (11.30 bis 13 Uhr), Donnerstag (8 bis 9.30 Uhr) und Freitag (9.45 bis 11.15 Uhr). Anmeldungen an: beatrix.fischer-kiefer@sucht-rz.de .