Seniorensommerfest

Appell: Beendet endlich den Streit

Schwarzenbek. Viele Stühle blieben am gestrigen Sonntag im Rathausfoyer leer. Das war jedoch eher den tropischen Temperaturen von mehr als 30 Grad geschuldet als dem Streit zwischen Stadtverwaltung, Politik und Seniorenbeirat, der in der Vorwoche seine Mitarbeit aufgekündigt hatte (wir berichteten).

Unter den 100 Besuchern, im Vorjahr waren noch 150 Gäste gekommen, war das Verständnis dafür gering. "Wieso machen die sich das Leben so schwer", fragte sich nicht nur Gertrud Lange (81). Sie wünscht sich weiterhin Veranstaltungen für Senioren, will aber auch einen Beirat, der ein Sprachrohr für die älteren Schwarzenbeker ist und deren Anliegen vertritt, wie die Forderung nach Zebrastreifen vor Senioreneinrichtungen. Auch Bürgervorsteher Karsten Beckmann appellierte an die Betroffenen, wieder aufeinander zuzugehen: "Ehrenamt hat in unserer Stadt immer einen hohen Stellenwert gehabt." Das zeigte sich auch gestern: Dank des Einsatzes von Sponsoren, dem DRK, der Musik von Holger Münch und vieler freiwilliger Helfer war das Fest ein Erfolg.

Der Seniorenbeirat

Der Beirat wird alle drei Jahre gewählt und zählt maximal zehn und mindestens fünf Mitglieder. Von den im Jahr 2010 gewählten sieben Beiratsmitgliedern sind noch drei im Amt: Hans-Dietrich Zymny, Ulf Miehe und Gerd Hagenah. Ihre Ämter abgegeben haben Eckhard Gerber, Angela Klatt, Adolf Baumbach und Helga Bretschneider. Als beratende Mitglieder wurden dafür Jörg Scheele, Peter Gerigk und Rosemarie Lühr berufen.

Edeltraut Hirth (74): Der Beirat sollte weiter Feste organisieren, aber auch die Belange der Senioren gegenüber der Stadt vertreten. Ich kann nicht verstehen, warum die sich nicht vertragen: Muss man sich das Leben gegenseitig schwer machen?

Heinrich Schmidt (70): Sie müssten ein bisschen geschmeidiger sein. Der Beirat soll ja die Interessen der älteren Mitbürger vertreten, aber auf einem besonnenen Weg und nicht auf einem Konfrontationskurs. Mit so einem Streit erreicht man nichts.

Gertrud Lange (81): Der Seniorenbeirat soll nicht politisch tätig sein. Er soll sich aber für uns Alte einsetzen. Und er soll Veranstaltungen für ältere Menschen machen. Wir haben im Moment ja nicht mal mehr ein Café, wo wir uns treffen können.