Ausbildung

Technische Berufe ziehen Frauen an

Schwarzenbek. Die Politik diskutiert über eine Frauenquote in Unternehmen, die Bundesbildungsministerin startet eine Kampagne, um mehr Frauen in naturwissenschaftliche und technische Berufe zu bringen, die Schwarzenbeker Firma Fette handelt.

"Es interessieren sich immer mehr Frauen für technische Berufe und wir freuen uns, sie hier ausbilden zu können", sagte Joachim Peter, Geschäftsführer des auf Werkzeugtechnik und Maschinenbau spezialisierten Unternehmens, als er gestern die neuen Auszubildenden an der Grabauer Straße begrüßte. Insgesamt 20 Lehrlinge zwischen 16 und 20 Jahren fangen bei Fette an, Berufe wie Zerspannungs- und Industriemechaniker, Mechatroniker und Industriekaufmann zu lernen. Oder sie absolvieren ein duales Studium zum Industriemechaniker oder Wirtschaftsingenieur. Vier der neuen Azubis sind Frauen. Eine gute Zahl, findet Joachim Peter. "Im gewerblichen Bereich sind bei Fette inzwischen sieben Prozent Damen", betonte er. Und das Interesse wachse weiter. Zudem würden Frauen eine neue Sicht in das Unternehmen bringen. "Nur durch mehr Ausbildung von Frauen kann langfristig auch der weibliche Anteil in Führungspositionen wachsen", betonte er.

Eine der neuen weiblichen Azubis bei Fette ist Mona Hilt. Die 19-Jährige aus Geesthacht lernt Mechatronikerin und damit einen eher frauenuntypischen Beruf, was sie allerdings gar nicht so sieht. "Es hat mich schon immer fasziniert, wie die Dinge technisch funktionieren. Da war für mich ziemlich schnell klar, dass ich das lernen will", sagt sie. Außerdem ist sie sich sicher: "Das ist ein Beruf mit Zukunft." Während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung wird sie in der Metallbearbeitung und der Elektrotechnik fit gemacht, damit sie später komplexe Maschinen und Anlagen montieren und warten kann.

David Gremmes (20) hat sich mit seiner Ausbildung zum Industriekaufmann für einen Lehrberuf entschieden, der viel Theorie enthält. In drei Jahren wird er unter anderem lernen, wie man Geschäftsprozesse erfasst, einen Jahresabschluss analysiert oder wie man Finanzierungsprozesse plant. "Es ist optimal, dass ich jetzt einen Ausbildungsplatz bei Fette habe. Das Unternehmen hat einen sehr guten Ruf und ich einen sehr kurzen Arbeitsweg", freut sich der Schwarzenbeker.

Auch Andreas Dudziak aus Geesthacht ist froh, bei Fette gelandet zu sein. Der 20-Jährige jobbt schon seit einem Jahr in dem Unternehmen und beginnt jetzt ein duales Studium zum Wirtschaftsingenieur. Die zweifache Belastung durch Studium und Arbeit schreckt ihn nicht. "Das ist genau das, was ich machen wollte", freut er sich. "Diese Mischung aus Theorie und Praxis liegt mir." Und seine Jobchancen sind, in einem Land, in dem nach wie vor in vielen Bereichen Ingenieure gesucht werden, mehr als gut.

"Nur durch mehr Ausbildung wächst der weibliche Anteil in Führungsetagen." Joachim Peter, Fette-Geschäftsführer