Kirche

Der Pastor geht, aber "seine" neue Schule kommt

Gülzow (cus). Nach zweieinhalb Jahren ist für Pastor Matthias Mannherz Schluss in der Kirchengemeinde Gülzow:

Am Sonntag, 12. August, wird er im Beisein von Pröpstin Frauke Eiben in der St.-Petri-Kirche verabschiedet. Im Frühjahr 2010 hatte Mannherz die vakante Stelle übernommen. Für den 46-Jährigen war es die erste eigene Gemeinde. Nach einer Lehre zum Orgelbauer hatte Mannherz Theologie studiert, sein Vikariat in Geesthacht absolviert und war danach "Springer-Pastor" in Brandenburg, Moorrege und Rellingen. Zwei Jahre lang arbeitete er sogar als Postbote, schloss daran noch eine Ausbildung zum Kirchenmusiker und Projektmanager an.

Das hat ihm in Gülzow sicherlich geholfen, denn sein größtes Projekt steht kurz vor der Vollendung: Am Dienstag, 7. August, werden mit einem Gottesdienst 18 Erst- und Zweitklässer begrüßt, die künftig die Evangelische Grundschule besuchen werden. Die erste Bekenntnisschule im Kreis und zugleich eine der ersten Neugründungen im Land seit vielen Jahren bescherte Mannherz als Vorsitzenden des Fördervereins aber auch viele Rückschläge. Im vergangenen Jahr scheiterte die Schulgründung buchstäblich in letzter Minute, weil nicht genug Kinder angemeldet wurden (wir berichteten).

Trotz dieses Erfolges geht Mannherz jetzt: Er übernimmt im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf, der unter anderem die Städte Elmshorn, Glücksstadt, Itzehoe und Wilster umfasst, die Stelle eines Vertretungspastors. "Ich bin beim Kirchenkreis angestellt und kann zu Hause bei meiner Familie wohnen", sagt Mannherz, dessen Ehefrau Margit, Tochter Sophia und Sohn Elias in Hamburg-Eidelstedt leben.

Für die Familie waren die zweieinhalb Jahre in Gülzow eine Zerreißprobe: "Als Ortspastor hat man eine Residenzpflicht und eigentlich soll auch die Familie des Pastors vor Ort wohnen. Meine Kinder sind nun schon erwachsen, die können selber entscheiden", sagt Mannherz, der im Pfarrhaus lebte, während Ehefrau Margit, eine Lehrerin, zwischen Hamburg und Gülzow pendelte. Vor die Wahl gestellt, sich nach Ablauf der Probezeit für zehn Jahre in Gülzow zu bewerben, entschied sich Mannherz für die Familie.

Die Kirchengemeinde wird - bis ein neuer Pastor gefunden ist - von zwei Seelsorgern vertretungsweise betreut, die Gottesdienste und Konfirmandenkurse übernehmen.