Flohmarkt

Auf der Jagd nach Porzellan und Persianer

Schwarzenbek (rz). Ende des 19. Jahrhunderts herrschte in Paris eine Flohplage. Damals entschloss sich die Stadtverwaltung, die Lumpenhändler aus dem Zentrum in den Norden der Stadt zu verbannen, wo sie 1890 den ersten "Marché aux Puce" (Flohmarkt) abhielten.

Bisher hatten die Händler die abgetragene Kleidung reicher Leute aufgekauft und auf offener Straße wieder verscherbelt. Weil die Hygiene damals zu wünschen übrig ließ, lebten in den Kleiderfalten zahlreiche Flöhe, welche beim Kauf auf den neuen Besitzer wechselten.

Schwarzenbeks größter Flohmarkt wird auch immer im Norden der Stadt abgehalten, jedoch nicht wegen ungebetener, lästiger Insekten, sondern weil der Lupuspark reichlich Platz für Händler und die vielen Besucher bietet. Gestern kamen wieder Hunderte zu den Ständen.

Christel Denß aus Mölln wandelte drei Stunden lang von Händler zu Händler. Ihre Ausbeute: eine Kristallkaraffe. "Ich habe schon die Schränke voll davon", schmunzelte die 75-Jährige. Weil sie aber jedes Jahr Likör aus sonnengereiftem Obst selbst herstellt, will sie diesen besonders schön in alte Karaffen abfüllen. "Diese hier habe ich für elf Euro gekauft. Sie ist für Schlehenlikör, den ich demnächst aus eingefrorenen Schlehen mache. Letztes Jahr war ein gutes Schlehenjahr. Wer weiß, ob das dieses Jahr wieder so gut wird", sagte sie. Das antike Stück hat sie am Stand von Sylvia Schröder aus Basedow gekauft. Sie steht ein paar Mal im Jahr auf Flöhmärkten und hat einige schöne alte Dinge im Angebot: alte Handtaschen aus den Fünfzigern mit Persianerfell, alten Schmuck und Porzellan.

Die Teller der Marke Villeroy & Boch sind Anne und Marie Schweim aus Kollow gleich aufgefallen. Das Service hat ihre Oma auch. Allerdings ist es nicht mehr vollständig. Deshalb wollen sie ihr mit Speise- und Kuchentellern der alten Serie "Malve" eine Freude machen.