Künstler

Assmanns Werk: Vom Kirchenglas zur Aktzeichnung

Siegfried J. Assmann wurde am 1. Februar 1925 in Kirchplatz, einem Ort in der damaligen Provinz Posen geboren.

Eigentlich wollte Assmann Musiker werden, als er jedoch aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, begann er ab 1947 Malerei, Wandgestaltung und Grafik auf der Landeskunstschule in Hamburg zu studieren. Zu seinen Kommilitonen gehörten so bekannte Künstler wie Horst Janssen, Paul Wunderlich oder Siegfried Oelke. Plastische Gestaltung erlernte er im Atelier von Carolus Voigt und bei einem Aufenthalt in Überlingen am Bodensee den Umgang mit farbigem Glas.

1952 hatte Assmann einen ersten großen Erfolg, als er einen öffentlichen Wettbewerb zur Gestaltung eines Bleiglasfensters in der Kreuzkirche in Hamburg-Ottensen gewann. Nach diesem Durchbruch verzeichnete Assmann zahlreiche weitere Aufträge insbesondere im norddeutschen Raum. Er beschränkte sich nicht nur auf sakrale Themen, sie blieben aber ein Schwerpunkt seiner Arbeit. Anfang der 1960er-Jahre verlagerte sich seine Tätigkeit zunehmend auf den Bereich der Plastik.

Er schuf 1962 die Figurengruppe "Charon" für die Gedenkstätte in Gudendorf / Dithmarschen. 1941 errichteten die Nazis in dem kleinen Ort zwischen Meldorf und St. Michaelisdonn ein Lager für sowjetische Kriegsgefangene, das 1944 um ein Krankenlager erweitert wurde. Allein im letzten Kriegsjahr sollen dort 3000 Gefangene gestorben sein. Eine Gedenkstätte aus dem Jahr 1946 wurde 1962 durch einen Neubau ersetzt: In einer Aussparung einer elf Meter hohen Betonsäule befindet sich eine Bronzeplastik, die den Totenschiffer Charon aus der griechischen Mythologie darstellt.

Doch Assman schuf nicht nur Kirchenfenster und Plastiken: Auf seiner Internetseite zeigt der 87-jährige Großhansdorfer zahlreiche Beispiele seines Schaffens, darunter Zeichnungen, Porträts und Akte.

www.siegfried-Assmann.de