Demenz

Kompetente Hilfe, wenn plötzlich das Gedächtnis nachlässt

Schwarzenbek (rz). "Vergangenes Jahr war das Sommerfest genau so schön", freut sich Amalie Zschirnt.

Die 86-jährige ist an Demenz erkrankt und lebt im Seniorenzentrum Alte Oberförsterei am Körnerplatz. Sie genießt das Zusammensein mit den anderen Heimbewohnern bei Musik, Kaffee und Kuchen im Festzelt. Ihr Sohn Peter Zschirnt nimmt sie in den Arm und verbessert sie nicht. "Sie ist ja erst seit dem Oktober 2011 hier und es ist ihr erstes Sommerfest", erzählt er. Die Alte Oberförsterei hat sich auf Bewohner mit Demenz spezialisiert.

Von der unheilbaren Krankheit sind derzeit 1,3 Millionen Menschen in Deutschland betroffen - Tendenz steigend. Das Risiko erhöht sich mit zunehmendem Alter. Von den 80- bis 90-Jährigen ist jeder Dritte an Demenz erkrankt. Experten rechnen für das Jahr 2030 mit 2,5 Millionen Betroffenen. Die Krankheit beginnt mit dem Schwinden des Kurzzeitgedächtnisses und dem Verblassen der Erinnerungen, später zeigen sich Orientierungslosigkeit, Apathie, Depression bis die Kranken im späten Stadium nur noch wenige Worte sprechen, nicht mehr schlucken und ihre Körperhaltung nicht mehr kontrollieren können.

Wenn die Diagnose kommt, ist es auch für die Angehörigen schwierig mit der Krankheit umzugehen. "Mir hat die Selbsthilfegruppe Demenz hier im Haus sehr geholfen. Ich bin begeistert von diesem Angebot und kann nur empfehlen, es zu nutzen", sagt Peter Zschirnt. Er weiß inzwischen, dass es nicht gut ist, Demenzkranke ständig zu verbessern. Das verunsichert und frustriert sie, macht den Zustand schlimmer.

Gelernt hat er dies in der Selbsthilfegruppe, die es seit kurzem in der Seniorenresidenz gibt. Die Einrichtung besteht seit 1991 und hat sich 2007 auf die Pflege von Demenzkranken spezialisiert hat. Dort gibt es für jeden Bewohner einen Pflegeplan, der auf den individuellen Krankheitsverlauf zugeschnitten ist.

Svenja Pallasch, die Leiterin der Einrichtung, führt die neue Selbsthilfegruppe. Die Gesprächsabende finden jeden letzten Donnerstag im Monat von 18 bis 20 Uhr im Saal der Seniorenresidenz statt. "Sie steht allen offen, die einen Angehörigen mit Demenz haben, egal ob er bei uns lebt oder zu Hause betreut wird", sagt Svenja Pallasch. Wer in die Gruppe kommt, kann sich darauf verlassen, dass alles vertraulich besprochen wird. "Unser Ziel ist es die Belastungen für die Angehörigen zu verringern. Die Mitglieder lernen voneinander, ermutigen sich gegenseitig", so die Leiterin. Ergänzt werden die Gespräche durch Vorträge. Oft sind es umfassende Themen wie der Krankheitsverlauf, die besprochen werden. Das nächste Treffen ist am Donnerstag, 28. Juni, von 18 bis 20 Uhr In der Alten Oberförsterei am Körnerplatz.