Badelagune

Saisonstart für die Rettungsschwimmer

Müssen (cus). Der Beginn der Sommerferien ist für die Rettungsschwimmer des Vereins "Sicheres Wasser" (SiWa) der Startschuss in die Wachsaison.

Am gestrigen Freitag bezogen Rettungsschwimmer Can-Philip Pries, Sarah Kwidzinski und Merle Lorberg den Ausguck oberhalb des Strandes an der Badelagune. Bis zum 5. August wachen die Retter täglich von 14 bis 19 Uhr über den Badebetrieb.

Bereits seit sieben Jahren sorgt SiWa an dem mit EU-Mitteln zur Freizeitanlage umgebauten Kiessee am Von-Wachholtz-Weg für Sicherheit. Seit Anfang Juni stellt der knapp 100 Mitglieder zählende Verein, darunter 24 Rettungsschwimmer, auch die Badeaufsicht am Prüßsee in Güster, den bisher die Wasserwacht des DRK bewachte. "Für die meisten Vereine ist es sehr schwer, Helfer zu finden", sagt der Vereinsvorsitzende Helge von Appen.

SiWa ist davon nicht so stark betroffen, denn von Appen arbeitet als Berufsfeuerwehrmann in Hamburg und rekrutiert regelmäßig Kollegen wie den Lauenburger Max Schönrok (23) oder Zivi Tom Gronwald (19) aus Altengamme für den Rettungsdienst. Zwischen sechs und neun Euro erhalten die Rettungsschwimmer pro Stunde als Aufwandsentschädigung. Von Appen: "Sie müssen aber auch ihre Ausbildungs- und Fahrtkosten selber bezahlen."

Bereits im Mai hatten die Retter den Nichtschwimmerbereich am Badestrand mit einer Bojenkette ausgewiesen. "An der Leine ist das Wasser etwa ein Meter tief", erklärt Helge von Appen. Wer sich darüber hinaus wagt, sollte schwimmen können. "Der See ist entstanden, weil hier Kies abgebaut wurde. In der Mitte verläuft eine Schürfrinne, die zwischen fünf und zwölf Meter tief ist", warnt Ausbildungsleiter Reiner Rick.

Das Wasser in der Badelagune hat momentan eine Temperatur von 20 Grad. Als Service für Badegäste wird unsere Zeitung in den kommenden sechs Wochen täglich die aktuellen Wassertemperaturen veröffentlichen.

500 Schwimmhallen sind bundesweit in den vergangenen fünf Jahren geschlossen worden. Mit dramatischen Folgen: DLRG und Lehrergewerkschaft GEW gehen davon aus, dass die Hälfte aller Grundschüler nicht schwimmen kann. SiWa bietet deshalb in den Ferien nicht nur den Wachdienst, sondern auch eine Schwimmschule für Kinder ab fünf Jahren an. Den Unterricht leitet Rettungsschwimmerin Sarah Wieczorek. Zehn Unterrichtseinheiten kosten 80 Euro. Ziel ist die Abnahme der Seepferdchen-Prüfung. Weitere Infos gibt es bei den Rettungsschwimmern vor Ort sowie bei Helge von Appen unter (0 41 55) 82 31 00.