Energie

Retter stimmen Solarprojekt zu - Stadt zögert noch

Schwarzenbek (sh). So schnell in Folge hat es beim DRK in der Europastadt noch nie Mitgliederversammlungen gegeben. Erst Ende April hatte der Vorsitzende Joachim Vilmar die Mitglieder eingeladen.

Nun gab es am Dienstagabend eine außerordentliche Versammlung. Einziges Thema: Ein Kredit in Höhe von 59 000 Euro für zwei Solaranlagen auf den Dächern der Gebäude an der Bismarckstraße und am alten Güterbahnhof. Das pikante an der Entscheidung: Die Solaranlagen sind bereits installiert und bis auf einige Restanschlüsse und den Wechselrichter einsatzbereit.

"Es war Eile geboten. Die Ereignisse haben uns überrollt. Als die geplante Kürzung der Solarförderung am 11. Mai im Bundestag gekippt wurde, haben wir neu gerechnet und festgestellt, dass sich Solarenergie für uns lohnt. Dann mussten wir handeln. Denn die Förderung ist nur bis 30. Juni gesichert", erläuterte Vilmar.

Die Mitglieder haben offensichtlich volles Vertrauen zu ihrem Vorstand: von insgesamt 1200 "Rot-Kreuzlern" (145 aktive und 995 passive Mitglieder, hinzu kommen 60 Mädchen und Jungen aus dem Jugendrotkreuz) waren bei der Versammlung gerade mal 13 anwesend. "Das ist nicht entscheidend. Für die Abstimmung reicht es gemäß unserer Satzung auch, wenn nur einer da wäre", betonte Rechtsanwalt Vilmar.

Wie berichtet, hatten freiwillige Helfer an den beiden vergangenen Wochenenden zwei Anlagen mit einer Gesamtleistung von 27 000 Kilowatt auf den Dächern des DRK installiert. Mit den Anlagen wollen die Retter Teile ihres Strombedarfs selbst decken und Fördermittel in Höhe von 2750 Euro im Jahr einnehmen.

Auch die Stadt will mit alternativen Energien sparen und Fördermittel einstreichen. Nur der Weg ist noch nicht klar. Helmut Stolze (FDP) hatte bereits zur Stadtvertretung einen Antrag eingebracht, nach dem Schwarzenbek eine Bürger-Energiegenossenschaft nach Büchener Vorbild gründen sollte. Im Haupt- und Planungsausschuss regte der Vorsitzende Hans-Joachim Delfs (CDU) indes an, der Büchener Genossenschaft beizutreten, zumal Schwarzenbeks Bürgermeister Frank Ruppert ohnehin deren ehrenamtlicher Geschäftsführer sei. FWS-Fraktionschef Eberhard Schröder macht sich indes dafür stark, die Stadtwerke damit zu beauftragen, Dachflächen für Solarnutzung zu finden. Letztlich war es den Politikern egal: Sie wollen mit Fotovoltaik Strom sparen und Fördermittel einstreichen. Die Verwaltung kann nun beide Möglichkeiten ausloten.