Neue Drehleiter

Schulden machen für die Feuerwehr

Schwarzenbek. Im Haupt- und Planungsausschuss der Stadt soll heute Abend (18 Uhr, Festsaal im Rathaus) über den Kauf einer neuen Drehleiter für die Freiwillige Feuerwehr Schwarzenbek beraten werden. Nach Informationen unserer Zeitung könnte das rund 600 000 Euro teure Spezialfahrzeug dann Anfang 2014 ausgeliefert werden.

Wie berichtet, hatte es mit der 22 Jahre alten Drehleiter aus dem Fuhrpark der Feuerwehr zuletzt immer wieder technische Probleme gegeben, unter anderem weil die Korbsteuerung, die den Rettungskorb automatisch in der Waagerechten hält, ausfiel.

"Die Einsatzbereitschaft ist nicht mehr uneingeschränkt gegeben, so dass wir vorsorglich bei bestimmten Einsatzstichworten bereits automatisch die Drehleiter aus Lauenburg mitalarmieren lassen", sagt Feuerwehrchef Martin Schröder und rät: "Es wäre wegen zahlreicher Reparaturen an der Elektrik sicher wirtschaftlicher, jetzt ein neues Modell zu bestellen."

Wie genau die 30 Meter lange Drehleiter, die die Stadt für ihre Feuerwehr als Rettungsweg für von Feuer und Rauch eingeschlossene Menschen aus höheren Gebäuden vorhalten muss, finanziert werden soll, werden die Ausschussmitglieder heute Abend beraten. Zuletzt hatte die hoch verschuldete Stadt einen strikten Sparkurs gefahren, zahlreiche freiwillige Leistungen für Vereine und Verbände gestrichen. Doch zur Bestellung einer neuen Drehleiter dürfte es kaum Alternativen geben.

"So eine Drehleiter ist ja kein Spielzeug für die Feuerwehr, sondern ein Gerät zur Rettung von Menschen aus Notsituationen", sagt Nils Hilger, SPD-Stadtverordneter und stellvertretender Wehrführer. Auch die Freie Wählergemeinschaft (FWS) signalisiert Zustimmung. Fraktionschef Eberhard Schröder: "Wenn wir einen Weg für die Finanzierung finden, dann machen wir das. Die Sicherheit der Menschen hat höchste Priorität." Der Haupt- und Planungsausschussvorsitzende Hans-Joachim Delfs (CDU) wollte sich mit Verweis auf die für den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung vorgesehene Beratung nicht äußern.

Die Drehleiter wird von den Feuerwehrleute nicht nur genutzt, um Menschen aus höher gelegenen Etagen bei Bränden zu retten, sondern auch, um beispielsweise aus großer Höhe besser löschen zu können oder Verletzte und Kranke, für die der Transport durchs Treppenhaus nicht möglich ist, schonend zu Boden zu holen. Laut Feuerwehrgesetz ist sie, die Leiter reicht bis in den siebten Stock, in Städten mit Hochhäusern vorgeschrieben und auch im Feuerwehrbedarfsplan, der individuell für jede Stadt im Land erstellt wird, aufgeführt.