Wirtschaftssimulation

Wenn der Kuchen nicht für alle reicht. . .

Schwarzenbek (rz). Die sechs Vorstände der Global ECoffee AG sitzen in dunklen Kostümen und Anzügen zusammen mit ihren Kollegen von der Esperanza AG und der Top Coffee AG im Konferenzraum.

Kurz vor der Aktionärsversammlung steigt die Spannung, denn die Anteilseigner warten gespannt auf Berichte und Dividendenausschüttung - die Verteilung des Kuchens.

"Die Torte reicht aber nicht", befürchtet Isis Köberle aus Geesthacht, die bei der Global ECoffee AG für Finanzen zuständig ist und schneidet den Kuchen in ganz schmale Stücke. Statt Dividende gibt es tatsächlich Torte, denn die Unternehmensvorstände sind im "Hauptberuf" Schüler der Gymnasien aus Geesthacht, Mölln und Schwarzenbek, die am Wirtschaftswochen-Planspiel des Verbandes der Südholsteinischen Wirtschaft (VSW) teilgenommen haben. Die Bilanz aller drei Planspiel-Unternehmen kann sich im Gegensatz zu den dünnen Kuchenstückchen durchaus sehen lassen.

Aufgabe im diesjährigen Wirtschaft-Planspiel, für das die "Universelle Engineering GmbH" an der Grabauer Straße wieder ihre Räume zur Verfügung stellte, war es, eine Firma, die Kaffeemaschinen herstellt, zu kaufen und sie zum Erfolg zu führen. Dabei galt es den Ist-Zustand zu analysieren, sich mit Absatz, Marketing, Personalwesen, Recht, Aktien und Börse zu beschäftigen, Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. "Bei der alten Firma war der gesamte Vorstand zurückgetreten. Wir haben uns entschieden, qualitativ hochwertige Kapselmaschinen, die Cube, zu produzieren und konnten den Absatz erhöhen", berichtet Tim Schauenburg aus Schwarzenbek, Vorstand der Esperanza AG. Dann kam ein Billiganbieter auf den Markt, Energie- und Materialpreise schossen ebenso wie der Preis der Cube in die Höhe. 30 Mitarbeiter mussten entlassen werden, danach noch einmal 21. Am Ende stehen 19 Millionen Euro Umsatz und ein Gewinn von 1,2 Millionen zu Buche.

"Wir haben sehr viel gelernt, einen guten Einblick in das Finanzwesen bekommen und erfahren, wie wichtig Teamgeist und Zuverlässigkeit sind", sagt Tim Schauenburg. "Genau das ist der Sinn des Planspiele", freut sich VSW-Anwältin Heidrun Brackmann, die das Spiel leitete.