Gymnasium

Chips statt Pasta: Mensakost fällt durch

Schwarzenbek. Täglich mittags um 12.15 Uhr ist der Lidl-Markt an der Kerntangente so voll als gäbe es alles umsonst: Mehr als 100 Schüler des Gymnasiums kaufen dort eilig ihr Mittagessen ein.

Mit Chips, Brötchen, Eis, Waffeln oder Schokocroissants kommen sie heraus. Ein Junge hat Heißhunger auf Mousse au Chocolat und ist erfinderisch. Zum Auslöffeln der Becher nimmt er eine salzige Laugenstange. "Wir wollen doch nur die letzten zwei Stunden oder den Heimweg überleben", sagen sie.

"Früher, als wir unseren Backshop noch nicht hatten, holten sich die Schüler noch viel mehr Süßigkeiten - hauptsächlich Schokolade und Schoko-Waffelriegel. Jetzt sind es mehr Brötchen. Die Älteren kaufen sich oft auch einen Salat in der Plastikbox", sagt die Filialleiterin Michael Kirsten. Kaum haben die Schüler die Kassen passiert, reißen sie die Packungen auf und futtern hastig , denn die Pause an der Buschkoppel ist um 12.40 Uhr zu Ende.

Sie hätten auch in die Cafeteria des Gymnasiums gehen können. Dort bietet die Firma Menütaxi aus Berlin täglich, außer freitags, zwei warme Gerichte zur Auswahl. Diese Woche gab's zum Beispiel Putenbrust mit Blumenkohl, Soße und Pommes Frites oder Gemüseschnitzel, Kohlrabi in Soße und Kartoffelpüree. Das kostet jeweils 3, 20 Euro. Auch Brötchen, Donuts oder Wraps mit Gemüse können die Schüler dort essen. Doch nur sechs Prozent der 1050 Gymnasiasten tun das.

Die Schüler, die im Lidl einkaufen, nennen die Gründe: Das Essen ist in ihren Augen zu teuer, das Vorbestellen gefällt ihnen nicht, die Atmosphäre könnte auch besser sein und es schmeckt auch nicht immer.

Der Mensaausschuss des Schülerparlamentes beschäftigte sich mit der Atmosphäre in der Cafeteria. Die Mitglieder schlugen vor, Tische und Stühle im Außenbereich aufzustellen sowie Wasserspender zu installieren.

Stefanie Glembin ist als Bereichsleiterin Nord von Menütaxi für Schleswig-Holstein, das nördliche Niedersachsen und Hamburg zuständig. Sie kennt die Wünsche. "Wir sind dabei, die Vorschläge zusammen mit dem Gebäudemanagement der Schule zu besprechen und wir wollen etwas verändern", sagt sie. Wie die Veränderungen in der Mensa des Gymnasiums umgesetzt werden können und wie es weiter geht, damit beschäftigen sich die Kommunalpolitiker am Montag um 19 Uhr im Finanzausschuss

An den anderen beiden Schwarzenbeker Schulen ist das Mittagessen beliebter. An der Grund- und Gemeinschaftsschule kocht das Lebenshilfewerk täglich zwei verschiedene Gerichte. Zudem haben die Kinder hier Hauswirtschafts- und Ernährungskurse. Im Rahmen der Offenen Ganztagsschule gibt es für die Grundschüler und die Größeren Kochclubs und es wird nachmittags auch gemeinsam gebacken. Mehr als 100 der 850 Kinder schätzen das Mensa-Angebot für 2,50 Euro. An der Grund- und Regionalschule Nordost gehen täglich etwa 100 Kinder in die Mensa. Wilma Dekarski kocht zwei Essen zur Wahl. Dazu gibt es Salat und ein Dessert, alles zusammen für 2,50 Euro.