Sparkurs

Neue Ideen für das Amtsrichterhaus

Schwarzenbek. Die Zukunft ist weiter ungewiss, aber es gibt verschiedene Ideen, wie es mit dem Amtsrichterhaus weitergehen könnte. Zwar gibt es noch keine politischen Beschlüsse, aber für den Freundeskreis scheint bei keiner der möglichen Lösungen mehr Platz zu sein.

Denn angesichts des Konsolidierungskurses kann es so mit dem Kulturangebot nicht weitergehen. Allein die laufenden Kosten des in städtischem Besitz befindlichen Hauses belaufen sich auf rund 12 000 Euro im Jahr. Hinzu kommt ein Zuschuss für die Kulturarbeit in Höhe von 21 000 Euro.

Ein Programm gibt es nur noch bis zum Juni. Danach ist erst einmal Schluss. Das Lebenshilfewerk hat ein Konzept für ein Kulturcafé vorgelegt, mittlerweile hat ein privater Investor eine weitere Idee im Rathaus eingereicht. Der Mann, der sich noch nicht persönlich vorgestellt hat, will weiterhin kulturelle Veranstaltungen wie ausgesuchte Lesungen und Musikabende aber auch Workshops mit Schwerpunkt auf Schreiben und Kalligrafie anbieten.

Kernpunkt seines Konzepts ist aber die Umgestaltung des historischen Gebäudes in ein Verlags- und Druckhaus sowie in ein Büro mit digitalen Arbeitsplätzen für Kreative und Existenzgründer. Freiberufler sollen nach der Idee gemeinsam unter einem Dach tätig werden und können ihre Arbeitsplätze tages-, wochen- oder monatsweise mieten. Ergänzt werden soll diese Angebot durch ein Druckzentrum, in dem aufwendige und künstlerische Printprodukte hergestellt werden können. Der Investor würde das Gebäude mieten, die Pflege des Gartens soll aber weiterhin die Stadt übernehmen.

Das Konzept war allerdings erst am Montagmorgen bei der Stadt eingegangen. Bei der Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses am Abend war dann der Interessent ebenso wenig wie ein Vertreter der Lebenshilfe anwesend. Deshalb haben die Politiker die Beratung erst einmal vertagt.

Die Lebenshilfe plant, hochklassige Ausstellungen in das Haus zu holen und es zugleich in eine Begegnungsstätte umzuwandeln. Dafür soll in den Räumen ein Kulturcafé eingerichtet werden, das von den behinderten Mitarbeitern betrieben werden soll.

Zwischenzeitlich hat sich auch die Stiftung Herzogtum Lauenburg im Schwarzenbeker Rathaus gemeldet und angeboten, das Kulturprogramm wieder zu übernehmen, wie sie es bereits in den Jahren von 2005 bis 2009 gemacht hat. Allerdings dürfte das für die Stadt nicht zum Nulltarif gehen. Auch Gespräche mit Kultursommer-Intendant Frank Düwel brachten kein Ergebnis. "Er könnte das Haus zwar bespielen, will dafür aber Geld haben. Das brächte uns nicht weiter", sagte Bürgermeister Frank Ruppert.