Führung

15 Grundschullehrer auf den Spuren der Swarten Beke

Schwarzenbek (pas). Früher führte sie mitten durch die Stadt, die Swarte Beke. Heute ist das Flüsschen, das immerhin Namensgeberin Schwarzenbeks ist, fast überall verrohrt. "Eigentlich schade", findet Eileen Wegner.

Die Grundschullehrerin an der ehemaligen Compeschule ist am Mittwoch gemeinsam mit 14 Kollegen in Schwarzenbek unterwegs, um von Stadtarchivar William Boehart etwas zur Geschichte der Europastadt zu hören, und erfährt dabei viele neue Dinge.

"Kinder führe ich immer wieder durch die Stadt, heute mache ich dies das erste mal mit Lehrern", so der Historiker. "Für Kollegen, die nicht in Schwarzenbek wohnen, soll das eine Chance sein, diesen Ort kennenzulernen", erklärt Dietmar Brummack von der ehemaligen Compeschule zu Beginn der Führung. Durch den Rundgang sollen Grundschullehrer Ideen für ihren Heimat und Sachunterricht (HSU) bekommen.

Nach dem Start am Ritter-Wulf-Platz geht's über den Sky-Parkplatz. "Hier ist die Wiege Schwarzenbeks", so Boehart. Und er erzählt von der Marienburg, die das Wulfsche Rittergeschlecht hier im 13. Jahrhundert erbaute. Dass die Swarte Beke heute fast nur noch unterirdisch fließt, erstaunt viele seiner Zuhörer. Auch unter dem Jungfernstieg wird sie durchgeleitet.

Hier gibt Boehart auch ein weiteres Geheimnis Schwarzenbeks preis. "Bis in die 1930er-Jahre kamen hier Ausflugsgäste am Bahnhof an. Schwarzenbek war damals ein beliebtes Naherholungsziel, sagt er. Während des Zweiten Weltkriegs hieß der Jungfernstieg übrigens noch Adolf Hitler-Allee. Dann führt Boehart in das Schwarzenbeker Villenviertel durch die Prösch- und die Schefestraße, wo sich betuchte Schwarzenbeker einst große Häuser bauen ließen.

Richtig gut hatten es die Schwarzenbeker bis in die 60er-Jahre. Damals gab es in der Sparkasse in der Lauenburger Straße 15 einen Extra Schalter für Autofahrer. Dass unter den Gehwegplatten um die St. Franziskus-Kirche einst ein Friedhof war, wissen die meisten Lehrer schon. Der Gedenkstein an den Amtmann Friedrich-Wilhelm Compe an der Kirche fasziniert sie trotzdem. Immerhin ist er der Namensgeber für ihre Schule, auch wenn diese inzwischen Grund- und Gemeinschaftsschule heißt. "Das war wirklich interessant heute. Da könnte man für die Kinder eine Rallye draus machen", überlegt Eileen Wegner nach der Führung. Und Stadtarchivar Boehart kann sich vorstellen, künftig öfter Führungen für Lehrer anzubieten.