Abfallwirtschaft

Biomüll wird zum wichtigen Energieträger

Elmenhorst (sh). "Mit riesigen Solarparks oder Maismonokulturen ist die angestrebte Energiewende nicht zu schaffen. Wir müssen das nutzen, was ohnehin da ist", sagt Dennis Kissel, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) mit Sitz in Lanken bei Elmenhorst.

Bislang wird Biomüll aus den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg nur kompostiert und auf Felder aufgebracht. Das soll sich ändern: Ab Januar 2013 entsteht aus den insgesamt 30 000 Tonnen in Trittau Biogas zur Wärme- und Stromerzeugung. Und anschließend wird daraus Kompost für die Landwirtschaft und private Gartenbesitzer.

Doch das reicht Kissel nicht. "Wir nutzen die Möglichkeiten längst nicht aus. Im Herzogtum Lauenburg haben weniger als 50 Prozent der Haushalte eine Biotonne. Außerdem landet noch viel zu viel Bioabfall in der Restmülltonne", beklagt Kissel. Er plant, Anreize zu schaffen, damit mehr Menschen die Biotonne nutzen und den Müll noch besser trennen.

"Wir setzen zunächst auf Aufklärung. Aber das Abfallkreislauf-Wirtschaftsgesetz würde uns sogar die Möglichkeit geben, die Biotonne zwingend einzuführen", so AWSH-Sprecher Olaf Stötefalke.

Obwohl in der Biogasanlage Strom und Wärme entstehen, ist die Entsorgung des Mülls auf diese Weise teurer. "Wir müssen über Modelle nachdenken, damit die Biomülltonne trotzdem attraktiv bleibt. Es könnte beispielsweise Mehrkosten beim Restabfall geben und Entlastungen beim Biomüll. Rechtlich ist das möglich", sagt Kissel.

Die neue Anlage, die in Trittau entsteht, ist für eine zehnjährige Vertragslaufzeit konzipiert. Dort wird Biomüll mit Wasser vermengt und auf 55 Grad erhitzt. So entsteht Gas, das über Rohre in zwei Blockheizkraftwerke abgeleitet wird. Ein Teil der Wärme wird für den Gärungsprozess genutzt, der Rest beheizt Firmen im angrenzenden Gewerbegebiet. Der Strom wird in das Netz eingespeist. Nach 14 Tagen wird der Biomüll aus der Anlage entnommen und gepresst. Die festen Stoffe werden kompostiert. Die Flüssigkeit dient Landwirten als Dünger.