Betreuung

Besorgte Eltern fordern Hortplätze ein

Schwarzenbek. 75 Hortplätze gibt es derzeit in der Europastadt. Viel zu wenig sagt Mutter Anja Baumann, die zwei Söhne im Alter von sechs und sieben Jahren hat.

Für ihren älteren Sohn hat die Unternehmerin einen Hortplatz, für den jüngeren, der im Sommer zur Grund- und Gemeinschaftsschule kommt, jedoch nicht. Kein Einzelfall: Sie hat unter den Eltern in den ASB-Kitas Konfetti und Kichererbse und St. Franziskus den Bedarf geprüft und festgestellt, dass 32 Kinder nach der Einschulung im Sommer einen Hortplatz benötigen, es werden aber nur drei Plätze frei.

"Wir benötigen Planungssicherheit. Bei einigen Eltern geht es sogar so weit, dass Mütter oder Väter ihren Job aufgeben müssen, um die Kinder zu betreuen", beklagt Anja Baumann. Es sollen zwar 20 zusätzliche Hortplätze in der Johanniter-Kita in der ehemaligen Compeschule geschaffen werden. Der Bau beginnt aber erst im Sommer. Fertigstellung ist für das Jahresende geplant. "So lange können wir nicht warten. Es muss schnell eine Lösung her, bei der man sich auch verlässlich anmelden kann. Das fordern wir ein. Schließlich möchte die Stadt junge Familien. Dann muss sie auch etwas für die Kinder tun", so die Kauffrau.

Gemeinsam mit einem besorgten Vater hat sie bereits zwei Gespräche in der Stadtverwaltung mit Hauptamtsleiter Björn Warmer und dem zuständigen Sachgebietsleiter Dieter Weiß geführt und ihre Position deutlich gemacht.

"Der ASB hat angeboten, kurzfristig eine Betreuung für Hortkinder zu schaffen. Denkbar wäre aber auch, dass der Bau des Hortbereichs in der Compeschule vorgezogen wird oder die Johanniter Hortkinder zunächst in der Tagesklinik am Körnerplatz betreuen", schlägt Anja Baumann vor. In der kommenden Woche will die engagierte Schwarzenbekerin ihre Ideen noch einmal mit Bürgermeister Frank Ruppert diskutieren.

Danach wollen die Eltern die Einwohnerfragestunde im Sozial- und Kulturausschuss nutzen, um die Politiker mit ihren Forderungen zu konfrontieren. Das Gremium tagt am 7. Mai.