Leserbrief: Fehlende Informationen

"Hat etwa der Druckfehlerteufel zugeschlagen?"

Betr.: " Schwarzenbek heißt zuhause: Nur nicht für Freie Wähler", Schwarzenbek-Seite vom 12. 4. 2012

Auch in den neuen Stadtplänen wird Schwarzenbek immer ärmer. Durch die Grußworte unseres Herrn Bürgervorstehers und unseres Bürgermeisters sowie dem Wappen der Stadt Schwarzenbek auf der dritten Seite, erweckt diese sehr informative Broschüre bei den Bürgern nicht die eines Werbprospektes, sondern eines behördlichen, nützlichen Infoheftchens, mit wiederkehrender Fortschreibung.

So weisen auch die kostenlos beigefügten Stadtpläne einige für die Bürger im Rahmen der Sparmaßnahmen jetzt nachvollziehbare Änderungen auf.

Den vorangegangenen Ausgaben dieses Stadtplanes fiel das gesamte, mit Symbolen und Kilometerangaben ausgestattete Wanderwegnetz innerhalb der Stadtgrenzen dem Sparstift zum Opfer. In der letzten Ausgabe werden der Wegesicherung im nahe gelegenen Stadtwald über 40 Prozent der gut erhaltenen Waldwege aus gleichem Grunde geopfert. Unter ihnen auch ein Teil des historischen Knotenstieges in Richtung Gülzow.

Ein Zurechtfinden im gut erhaltenen Wegenetz des Waldes für Neubürger wird natürlich schwierig, denn wo man im Walde auf Abzweigungen trifft, sind diese in den Stadtplänen nicht mehr eingezeichnet. Da wäre es doch besser, der gesamte "Stadt-Urwald" würde als neutrale, grüne Naturfläche angeführt und jeder sucht sich seine Wanderrouten ohne den irreführenden Stadtplan vor Ort aus. Aber auch zukunftsweisend werden diese Stadtpläne genutzt.

Wurde in den vorangegangenen Stadtplanausgaben das große freiliegende Gelände um unser Wasserwerk als Wassereinzugsgebiet ausgewiesen, so ist in den letzten Ausgaben diese Bezeichnung gestrichen worden. Sowohl der Verwaltung als auch den Politikern ist bekannt, dass das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig- Holstein daran arbeitet, dieses Gebiet und auch die angrenzende Küsterkoppel zum Wasserschutzgebiet zu erklären.

Zurzeit sind jedoch Bestrebungen im Gange, die Gemarkung Küsterkoppel mit dem alten Obstgarten von Bauernland in Bauland umzuwandeln. Da stört in den Stadtplänen natürlich die Ausweisung des Geländes als Wassereinzugsgebiet.

Ist dies der wahre Grund dieser Streichung, oder ist es doch auch nur der Druckfehlerteufel, wie bei dem Fortfall der zwei politischen Parteien in der informativen Werbebroschüre?

Der Bürger fragt sich natürlich, wie wird es weitergehen mit den Streichungen in den kommenden Stadtplänen? Wird es in der Zukunft auch zu Streichungen ganzer Straßenzüge in ihnen kommen, wenn der Schuldenberg der Stadt so hoch ist, dass selbst die auf die Stadt künftig nur noch anfallenden 15 Prozent Straßenerneuerungskosten von dieser nicht mehr erbracht werden können?

Klaus Kamm, 21493 Schwarzenbek