Dorfspaziergang: Kankelau

Idylle mit uralten Katen

Kankelau (pas). Es liegt auf dem Weg von Roseburg nach Elmenhorst, und fast fährt man durch, ohne es zu bemerken: das kleine Örtchen Kankelau. Doch es lohnt sich anzuhalten.

Das macht Bürgermeister Klaus Hansen bei diesem Dorfspaziergang deutlich. Er selbst zog 1979 mit seiner Frau in den Ort. "Wir leben gerne hier", sagt Hansen. Der 60-Jährige liebt das dörfliche Flair Kankelaus. Dazu gehört auch eine gute Dorfgemeinschaft. Und so stellen die Bewohner des 220-Einwohner-Ortes immer wieder dorfeigene Veranstaltungen auf die Beine. Die Kulturinitiative "Mach mit" organisiert zum Beispiel regelmäßige Bücherflohmärkte.

Die finden oft im Bürgerhaus Kornrade statt, wo wir auch unseren Dorfspaziergang starten. Gleich gegenüber fällt ein großes Gebäude auf. "Bis in die 60er-Jahre war hier unsere Schule untergebracht, danach wurde daraus eine Gaststätte", erklärt Hansen. Seit Anfang 2000 ist das Gebäude ein Wohnhaus. Direkt daneben, im Sprüttenhus, steht der Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr, zu der 15 Aktive zählen.

Weiter geht's zum Brink. "Hier kann man noch die alte Siedlungsform des Dorfes erkennen", sagt Hansen und zeigt auf die kreisförmige Anordnung der alten Bauernhäuser. Auch die beiden Landwirte des Ortes haben ihre Höfe hier. Weiter geht's den Talkauer Weg hoch, vorbei an einem riesigen Baumstumpf. "Das war unsere alte Linde. Wir mussten sie letzte Woche fällen", bedauert Hansen. Der 120 Jahre alte Baum wäre sonst irgendwann auf die Straße gekippt.

Dann stehen wir vor einem ziemlich großen Spielplatz. "Den haben unsere Dorfbewohner in den 90er-Jahren in Eigenleistung aufgebaut", erzählt Hansen. Mit Rutsche, Seilbahn, Wippen und Klettergerüsten wird den etwa 40 Kankelauer Kindern hier nicht so schnell langweilig.

Weiter geht's die Alte Dorfstraße entlang zum denkmalgeschützten Rauchhaus von 1650. "Diese Kate ist eines unserer ältesten Gebäude", sagt Hansen. Vorbei am Dorfteich führt der Bürgermeister dann zum großen Bolzplatz des Ortes, der schon hinter dem Ortsschild Richtung Wotersen liegt. "Hier spielt unser Sport- und Freizeitclub Fußball", so der Bürgermeister. Vor 25 Jahren als Kickervereinigung gegründet, gibt es heute auch eine Bingo- und eine Radgruppe im Club. Letztere erkundet gerne die Umgebung von Kankelau. Und weiß längst, dass das schönste Fleckchen natürlich auf dem Weg von Roseburg nach Elmenhorst liegt