Infobroschüre

Schwarzenbek heißt zuhause: Nur nicht für Freie Wähler

Schwarzenbek (cus). Sie ist druckfrisch, modern gestaltet, aktuell und hat aus Sicht des FWS-Vorsitzenden Heinz-Werner Rose einen gravierenden Fehler:

Die "Freie Wählergemeinschaft Schwarzenbek" taucht in der städtischen Neubürger-Broschüre "Schwarzenbek heißt zuhause" nicht auf.

Auf 40 Seiten sind in dem kostenlos erhältlichen Heft Informationen und Adressen rund um das städtische Leben zusammengefasst. Es gibt einen Exkurs zur Stadtgeschichte, Institutionen wie die Städteverbrüderung, der Seniorenbeirat oder die Volkshochschule werden ausführlich dargestellt, dazu gibt es auch einen Stadtplan. Unter dem Stichwort "Rathaus und Politik" werden zwar auch die sechs FWS-Stadtverordneten aufgezählt, die gleichauf mit der CDU die zweitstärkste Fraktion stellen, doch unter dem Stichwort "Parteien" fehlt die Wählergemeinschaft. "Das mag formal korrekt sein", sagt Rose. Für ihn stellt die Nicht-Erwähnung jedoch einen "ausgesprochenen Affront" dar.

Gestern erfuhr der FWS-Vorsitzende davon, rief den Vorstand zusammen und verfasste ein Protestschreiben an Bürgermeister Frank Ruppert. Da im kommenden Jahr Kommunalwahl ist, sieht sich die Wählergemeinschaft gegenüber den anderen Parteien der Stadtverordnetenversammlung "massiv benachteiligt" und erwartet von der Stadtverwaltung als Herausgeber der Broschüre "geeignete Maßnahmen zur Schadensbegrenzung".

Üblicherweise werde so ein Fehler mittels eines eingelegten Korrekturzettels behoben, sagt der Büroleitende Beamte im Rathaus, Björn Warmer. Da die zuständige Mitarbeiterin gestern nicht befragt werden konnte, ist auch noch nicht klar, ob es sich tatsächlich um einen Fehler handelt. Warmer: "Wir haben auch nur die Stadtverordneten mit ihrer vollen Adresse aufgelistet, die uns dies schriftlich innerhalb einer gewissen Frist bestätigt haben." Lediglich zwei von 23 Politikern haben dies nicht getan: Bürgervorsteher Karsten Beckmann (CDU), der nur über das Rathaus zu erreichen ist, und FWS-Mitglied Bernhard Böttel. Auch die jeweiligen Parteivorsitzenden müssen, um mit Name und Anschrift zu erscheinen, ihr Einverständnis geben. Das habe Rose möglicherweise versäumt, so Warmer. In der alten Stadtbroschüre des Jahres 2010/11 wird die FWS zwar aufgelistet, statt Name und Adresse des Vorsitzenden steht dort jedoch nur ein "N.N.".