Städteverbrüderung

Europa: Polen statt Holländer als Partner?

Schwarzenbek (cus). Bereits vor zehn Jahren beim Treffen der Bürgermeister der damals noch sechs Partnerstädte im italienischen Cesenatico erging an die Verwaltungschefs der Auftrag, sich in den Ländern Osteuropas nach einer Partnerstadt umzuschauen.

Geschehen ist außer dem Ausstieg der holländischen Stadt Delfzijl aus dem Bund seitdem nichts. Grund genug für den Vorsitzenden der Europa-Union, Franz Kubelke, nachzufragen. Im zuständigen Sozial- und Kulturausschuss kam er nicht zu Wort: Die Politiker nahmen das Thema kurzfristig von der Tagesordnung.

"Die deutsch-polnische Versöhnung ist neben der europäischen Verbrüderungsarbeit eine unserer wichtigsten Aufgaben", hakt Kubelke nach: "In der Nähe von Warschau und in Masuren gibt es viele Kleinstädte, die gerne eine Städtepartnerschaft eingehen würden." Eine zusätzliche Partnerstadt würde die Verbrüderungsarbeit nicht teurer machen, sondern sogar günstiger. Kubelkes einfache Rechnung: Bei fünf Kommunen muss jede Partnerstadt alle zehn Jahre das große Verbrüderungsfest ausrichten, bei sechs Städten nur alle zwölf Jahre. Zudem soll privates Engagement, wie durch den neu gegründeten "Förderverein Jumelage", stärker im Vordergrund stehen. Kubelke: "Europäische Verbrüderungsarbeit muss nicht viel kosten."