Jahrmarkt

Wie lange drehen sich noch die Karussells?

Schwarzenbek (cus). Seit mehr als 100 Jahren machen die Schausteller mit Karussells und Buden zwei Mal im Jahr in der Europastadt Station. Die Frage ist: Wie lange noch?

Bereits 2009 wurde der Jahrmarkt aus der Innenstadt in den Schützenpark "verbannt". Vorausgegangen waren Gewaltexzesse von Jugendlichen und Probleme mit der Freizeitlärmrichtlinie des Landes. Die erlaubt Städten wie Schwarzenbek nur eine bestimmte Anzahl von Abendveranstaltungen unter freiem Himmel, die allein durch die Aral-Open-Konzerte nahezu komplett abgedeckt werden.

Doch den Frühjahrsmarkt an der Schützenallee nahmen die Schwarzenbeker nicht an: Zu weit vom Zentrum entfernt und bei Nässe zu matschig sei der Platz gewesen, sagt Schausteller-Sprecher Ingo Lauenburger. Am Wochenende war der Rummel zurück am alten Standort: als auf Kinder und Familien ausgerichteter Markt auf dem Ritter-Wulf-Platz. Doch so richtig gut lief das Geschäft trotz Riesenrutsche und Kinderdisco nicht.

Lauenburger will nun mit der Stadt sprechen und um die Versetzung eines Stromkastens bitten: Dann wäre dort Platz für einen Autoscooter. Mit so einer Attraktion hofft der Schausteller, der seit 40 Jahren nach Schwarzenbek kommt, dem langsamen Sterben des Rummels Paroli bieten zu können. "Ich komme noch einigermaßen über die Runden, aber ich will doch auch meinen Kindern noch eine Zukunft im Schaustellergewerbe bieten", sagt Lauenburger, der sich auch Kooperationen mit den Einzelhändlern an den verkaufsoffenen Sonntagen vorstellen könnte.