Konzert

Ob sieben oder 75: Die Liebe zur Musik kennt kein Alter

Schwarzenbek (rz). "Musik - Ein leben lang", war das Motto der Aufführung, zu der Kreismusikschule und der Kreisseniorenbeirat am Sonnabend in den Festsaal des Rathauses einluden. Dass es trotz der gemeinsamen Liebe zur Musik Unterschiede gibt, wurde gleich zu Beginn des Konzerts deutlich:

Da verteilte Peter Seibert, Leiter der Musikschule, an die knapp 50 älteren Zuhörer Klanghölzer und Knisterpapier, um die Geräusche des Regenwaldes zu simulieren. Die Senioren legten die Utensilien brav beiseite oder auf den Schoß. "Das ist der Unterschied zwischen älterem und jungem Publikum. Wenn hier Kinder sitzen würden, gäbe es sofort richtig Lärm", schmunzelte Seibert. Die Begeisterung für Musik sei aber bei allen Generationen gleich groß.

Das konnte man auch bei dem Konzert spüren. Die siebenjährige Ava-Elea Honnef aus Mölln spielte zusammen mit den beiden Schwestern Käthe (75) und Dörte Jessen (72) auf der Blockflöte Kinderlieder. Die beiden Seniorinnen hatten sich vor vier Jahren vorgenommen, zu Weihnachten Lieder auf der Blockflöte zu spielen. Mit dem Ergebnis waren sie nicht so zufrieden und nahmen deshalb an der Musikschule in Ratzeburg Unterricht bei Lehrerin Kirsten John. Ava-Elea übt dort erst seit September.

Günter Worczinski begann erst mit 65 Jahren das Posaunenspiel zu lernen. "Mich hat die Posaune immer fasziniert", sagt er. Zur Pensionierung vor sieben Jahren bekam er von seinen Kollegen nicht nur das Instrument, sondern auch einen Unterrichtsgutschein für die Kreismusikschule geschenkt. Seitdem übt er täglich zu Hause und einmal pro Woche bei seinem Musiklehrer. "Das war mein erster öffentlicher Auftritt heute", sagte er und freute sich am Ende über den Beifall.

Einige gehörige Portion Bühnenerfahrung hat dagegen schon Rosbeh Hamidzadeh aus Schwarzenbek, der bei vielen Musikschul-Konzerten das Publikum am Flügel begeistert hat. Der 14-Jährige spielte dieses Mal eine eigene Komposition. "Ich werde auf jeden Fall noch Klavier spielen, wenn ich ganz alt bin", sagte der 14-Jährige. Auch Peter Seibert hat sich für seinen Ruhestand schon etwas vorgenommen: "Ich liebe die Gitarre über alles. Aber wenn ich Rentner bin, will ich Klarinette spielen lernen."