Energie

Fällaktion für den Mega-Solarpark

Elmenhorst (sh). "Es sieht aus wie nach dem Krieg", sagt Karl-Heinz Duwe aus Lohbrügge, der oft nach Lanken zum Spazierengehen kommt. Was er meint: Ein Lohnunternehmen hat auf einer 50 Hektar großen Fläche nördlich des Gutes Lanken innerhalb weniger Tage alle Bäume gerodet.

Die Fläche hat die Wirtschaftförderung Herzogtum Lauenburg (WFL) an das Unternehmen Juwi verkauft. Der Global Player mit einer Niederlassung in Hamburg plant dort einen großen Solarpark, mit dem bis zu 3000 Haushalte mit Strom versorgt werden könnten. "Die Baugenehmigung wurde von uns vor einer Woche erteilt", bestätigt Kreissprecher Karsten Steffen. Werner Hesse, Geschäftsführer der WFL war gestern nicht zu erreichen, auch die Firma Juwi hat sich bis Redaktionsschluss nicht gemeldet.

Anscheinend steht das Projekt aber auf der Kippe. "Alles hängt davon ab, wie es mit der Solarförderung weitergeht, nachdem die Bundesregierung vor wenigen Tagen eine massive Kürzung beschlossen hat. Juwi hat bis Ende März die Möglichkeit zu entscheiden, ob die Anlage kommt oder nicht. Erst dann wissen wir Genaueres", sagte Elmenhorsts Bürgermeister Richard Hamester gegenüber unserer Zeitung. Wie berichtet, waren kurzfristig Kürzungen von bis zu 30 Prozent der Förderung bereits zum 9. März vorgesehen. Derzeit wird allerdings wegen massiver Proteste auch von privaten Investoren, die derzeit Solaranlagen auf ihren Dächern installieren, über eine Verschiebung des Termins nachgedacht.

Juwi errichtet momentan in Büchen ein Bürgersolardach und hatte in Brunstorf ein Projekt für einen Windpark vorgestellt, der abgelehnt wurde.