Amtsrichterhaus

Blütenpracht - aber ungewisse Zukunft

Schwarzenbek. Seit mehr als einem halben Jahr warten die Mitglieder des Freundeskreises Amtsrichterhaus auf Antworten aus Politik und Verwaltung, wie es nach dem Weggang von Kustodin Meike Wenck mit der Kulturarbeit am Körnerplatz weitergehen soll.

Jetzt sind sie zumindest ein bisschen schlauer: Für die Stelle gilt auf unabsehbare Zeit eine Wiederbesetzungssperre, es steht eine Kürzung des Zuschusses in Höhe von 21 000 Euro an und eventuell droht sogar der Verkauf des Hauses. Diese Botschaften brachten Vertreter von Grünen, FWS, FDP und CDU am Mittwochabend mit.

Der Freundeskreis hatte die Politiker eingeladen, da diese sich am Vorabend hinter verschlossenen Türen zu einer Klausurtagung über Personalplanung und Konsolidierung des Haushalts getroffen hatten. Die Beratungen stehen zwar erst am Anfang, aber Neueinstellungen gibt es nicht. Derzeit beraten die Politiker auch über das Konsolidierungsgesetz des Innenministers. "Wenn wir diesen Vertrag unterzeichnen, wird es kein Geld für das Amtsrichterhaus geben. Aber auch wenn nicht, müssen wir sparen", sagte CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Delfs.

Auch Jürgen Heitmann (FWS) machte dem Freundeskreis wenig Hoffnung, dass es bei dem Zuschuss in Höhe von 21 000 Euro bleiben kann. "Außerdem kostet auch das Haus Geld. Wir müssen zumindest darüber nachdenken, es zu verkaufen. Und dann wird es für die Kultur nicht mehr zur Verfügung stehen", fügte Delfs hinzu.

Die Politiker müssen bis Ende März entscheiden, ob sie dem Gesetz aus Kiel zustimmen, das der Stadt zwar allein in diesem Jahr 3,1 Millionen Euro beschert, dafür aber auch Einsparungen von jeweils rund 600 000 Euro für die kommenden zehn Jahre vorsieht. Gibt es eine Mehrheit dafür, soll bis Oktober ein Konsolidierungskonzept aufgestellt werden, und das dürfte neben dem Amtsrichterhaus auch Vereine und wohl auch die Bücherei betreffen.

Ideen, wie die Kulturarbeit kostengünstiger gestaltet werden könnte, hat der Freundeskreis den Politikern mit in die Beratungen gegeben. "Es könnte eine Kulturgemeinschaft beispielsweise mit Reinbek, Lüneburg und Bad Oldesloe geben. Wenn wir uns einen Kustoden teilen, wird es billiger. Das funktioniert beim Archivar ja auch", schlug Klaus-Dieter Gottwald, Vorsitzender des Freundeskreises, vor. Für völlig ungeeignet hält er indes die ebenfalls diskutierte Idee, ein Galeriecafé dort einzurichten. "Das haben wir schon in abgespeckter Form mit Kaffee und Kuchen versucht. Dafür liegt das Haus zu weit abseits", so Gottwald.