Grimm Lichtspielhaus

Schönheitskur und digitale Technik

Schwarzenbek (sh). Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist das Kino an der Hamburger Straße 3 im Besitz der Familie Grimm - und das Lichtspielhaus hat in dieser Zeit viele Krisen überstanden. Damit das auch so bleibt, hat Inhaber Frank Grimm in der Vergangenheit bereits große Summen investiert und muss nun einen sechsstelligen Betrag aufwenden, um das Haus fit für die Zukunft zu machen.

Bislang gibt es in einem der drei Säle digitale Technik. Nun müssen auch die beiden weiteren Kinos umgerüstet werden, da die Verleiher aktuelle Filme nicht mehr auf Rollen anbieten. "Es ist gut, dass es in Schwarzenbek noch ein Kino gibt, in dem die aktuellen Blockbuster zu sehen sind. Aber Frank Grimm braucht Unterstützung. Ich habe ihn auf Fördermittel des Landes, des Bundes und der Filmförderung hingewiesen und werde helfen, entsprechende Anträge zu stellen", kündigt der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Matthießen an. Er hatte über Schwarzenbeks CDU-Vorsitzenden Eckhard Gerber von den Problemen gehört und war jetzt zu einem Informationsbesuch in die Europastadt gekommen.

Wie berichtet, hatte Frank Grimm bereits im Sommer 2010 insgesamt 120 000 Euro in die 3D-Technik investiert. Seitdem flimmern im großen Saal mit 110 Plätzen Filme in der dritten Dimension. Zur Premiere am 30. Juni 2010 liefen übrigens die Abenteuer des grünen, unförmigen Trickfilmhelden "Shrek".

Da es die 3D-Filme nur digital auf Festplatte gibt, war nicht nur eine Veränderung an der Leinwand, sondern auch die Umrüstung der Vorführtechnik erforderlich. Neben dem digitalen Gerät steht noch der alte Vorführapparat für Filmrollen. Doch diese Technik - die auch in den anderen beiden Sälen von Grimm verwendet wird - hat ausgedient.

Innerhalb des ersten Halbjahres will Grimm mit Hilfe von Fördermitteln in die Erneuerung der Vorführtechnik des kompletten Kinos investieren. Frank Grimm setzt auf die neue Technik, um das Kino zukunftssicher zu machen, Stammkunden zu halten und neue Kinogänger zu gewinnen.

Eine Schönheitskur mit frischer Farbe wird es auch im Eingangsbereich geben. "Um einen aktuellen Film anzusehen, kann man sich den Weg nach Hamburg sparen. Das pure Kinoerlebnis von Klassik bis 3D mit einem guten Sound gibt's in Schwarzenbek quasi um die Ecke", so der Landtagsabgeordnete abschließend. Matthießen war übrigens zuletzt vor zwei Wochen mit seiner Tochter im Kino und hat "Vielleicht beste Freunde" gesehen - in Lüneburg.

Das Kino an der Hamburger Straße wurde am 14. Dezember 1950 von Paula Grimm eröffnet. Das Gebäude hat der Architekt Paul Richter entworfen, es gab einen Saal mit 500 Plätzen - und Mandeln zur Eröffnung.