Arbeitsmarkt

Im Kreis fehlen Hortplätze

Schwarzenbek (cus). 63 Prozent aller geringfügig Beschäftigten sind Frauen. Sie dominieren auch in den Sprechstunden der schleswig-holsteinischen Bürgerbeauftragten Birgit Wille:

"Mehr als 40 Prozent der Hilfesuchenden beziehen Hartz IV und davon sind 60 Prozent Frauen."

Das könne sich jedoch bald ändern, meint Wille und zitiert aus Studien großer Unternehmen. Die haben die Frau auf der Suche nach geeigneten Fachkräften entdeckt und seien zunehmend bereit, sich mit Teilzeitarbeit und Betriebskindergärten auf die Belange der Familien einzustellen. Vorausgesetzt, sie sind gut ausgebildet. Aber auch das trifft immer öfter zu: Im Medizinstudium stellen Frauen 70 Prozent aller Studenten.

Einig war sich Wille mit den Diskussionsteilnehmerinnen beim Forum der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) am Freitag in der Ablehnung des Betreuungsgeldes. "Die Herdprämie ist absolut kontraproduktiv, wenn wir Frauen in Jobs kriegen wollen", so die Kreisgleichstellungsbeauftrage Elke Hagenah. Nachbessern muss aber auch die Politik: 17 000 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren stehen im Kreis gerade einmal 2300 Plätze in Hort oder offener Ganztagsschule zur Verfügung. Das Landes-Kitagesetz kritisierte Annemarie Argubi-Sievers. Eine Betreuungszeit von 7 bis 13 Uhr werde dort als Ganztagsplatz gezählt. "Damit verfälschen wir die Statistik total", so die AsF-Vorsitzende Argubi-Sievers.