Super-Grundschule

Eltern laufen Sturm gegen Fusion

Schwarzenbek. Die Eltern der Erst- bis Viertklässler in der Grund- und Gemeinschaftsschule wehren sich gegen die Zerschlagung der erst vor drei Jahren ins Leben gerufenen Bildungseinrichtung an der Berliner Straße.

"Wir sind absolut dagegen, dass der Grundschulteil wieder herausgelöst und eine Super-Grundschule zusammen mit der Schule in Nordost gebildet werden soll", sagte Claudia Lampe, die im Schulelternbeirat die Eltern der Grundschüler vertritt. "Es kann nicht sein, dass das alles hinter verschlossener Tür und an dem Willen der Eltern vorbei besprochen wurde und nun eilig am Freitag in der Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der CDU entschieden werden soll."

Wie berichtet, hatte der Schulverband vor Kurzem hinter verschlossenen Türen das Aus für die Regionalschule und die Zusammenlegung der beiden Grundschulen beschlossen. Nun wollen die Stadtverordneten ebenfalls ihr Votum zu der Schulfrage abgeben. Einen entsprechenden Antrag auf Zusammenlegung hat CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Delfs für Freitag (18.30 Uhr, Festsaal des Rathauses) gestellt.

Das wollen die Eltern nicht hinnehmen. Am Tag der offenen Tür am Sonnabend verteilten die Beiratsmitglieder einen offenen Brief mit ihrem Standpunkt. "Wir haben in den letzten Tagen alle 192 Eltern unserer Grundschüler angerufen und befragt. 86 Prozent wollen die Erhaltung der Grund- und Gemeinschaftsschule und nicht die Herauslösung der Grundschulteils zwecks Bildung einer Super-Grundschule", sagte Lampe. Der Beirat ruft deshalb die Eltern auf, an der kommenden Stadtverordnetenversammlung am Freitag teilzunehmen, von dem Rederecht in der Einwohnerfragestunde Gebrauch zu machen oder den Parteien per Mail zu schreiben.

Argument gegen die Super-Grundschule sei vor allem, dass sich das Modell der Grund- und Gemeinschaftsschule mit durchgängigem Unterricht von der Klase 1 bis 10 bewährt habe. Die Eltern befürchten, dass es für die Grundschüler wohl keine "Standortgarantie" geben könnte und Schüler, die ihren Wohnort nahe der Breslauer Straße haben, in Nordost eingeschult werden. Außerdem sei ein fließender Übergang von der Grund- in die Gemeinschaftsschule nach der Fusion nicht mehr möglich.

Probleme sehen die Eltern auch im Schulalltag. Unterrichtsvertretung und Lehreraustausch ist auf die große Entfernung zwischen den Standorten nicht möglich. So sei programmiert, dass Unterricht öfter ausfalle oder es nur Betreuung statt Fachunterricht gibt. Mangelnde Kommunikation hat die Schule geprägt: Bereits 2009 erfolgte die Zusammenlegung von Real- und Compeschule ohne öffentliche Beteiligung.

"Wir wollen keine Super-Grundschule"

Claudia Lampe, Elternbeirat der Grund- und Gemeinschaftsschule