Feuerwehrbilanz

Rauchmelder sorgen für Mehrarbeit

Schwarzenbek. Ein Plus von zehn Prozent bei den Einsätzen verzeichnet die Freiwillige Feuerwehr Schwarzenbek für das vergangene Jahr. 159 Mal rückten die Ehrenamtlichen 2011 aus, um Menschen zu retten, Brände zu löschen und Hilfe zu leisten.

"Damit liegen wir zwar weit hinter den Rekordwerten mit 235 Einsätzen zurück, die wir 2003 und 1999 erreicht hatten, aber damals hatten wir es an wenigen Tagen geballt mit heftigen Unwetterlagen zu tun, während es diesmal eine eigentlich konstant hohe Arbeitsbelastung für unsere Kameraden gab", sagt Wehrführer Martin Schröder.

52 Mal wurden die Feuerwehrleute zu Brandeinsätzen gerufen, 65 Mal für technische Hilfeleistungen - etwa nach Verkehrsunfällen - angefordert. "Markant sind die 29 Fehlalarme, die unsere Statistik aufweist. Dabei handelt es sich um irrtümlich ausgelöste Brandmeldeanlagen, überwiegend in Seniorenheimen und Unternehmen, aber auch um defekte Rauchmelder in privaten Haushalten", so Schröder. "Diese Fehlalarme nehmen seit Jahren immer mehr zu. Eine Folge der Pflicht, dass in allen Haushalten Rauchmelder installiert sein müssen", sagt Schwarzenbeks Feuerwehrchef.

Dennoch verteufelt er die elektronischen Warner nicht. Schröder: "Wir hatten auch einige Einsätze, bei denen durch die piependen Rauchmelder so schnell Aufmerksamkeit bei Bewohnern oder Nachbarn geweckt wurde, dass das Feuer keinen größeren Schaden anrichten konnte."

Insgesamt haben die 100 Feuerwehrleute durch ihren schnellen Einsatz 47 Menschen aus Notsituationen gerettet. Etwa aus brennenden Häusern, wie am 5. Juni am Müllerweg, aus verunglückten Autos, wie am 26. Februar auf der Autobahn 24, oder von einem Baugerüst am Forsthof am 20. Juni. "Wir versuchen, uns durch regelmäßige Ausbildungseinheiten und Übungen, zu denen wir uns mindestens alle zwei Wochen treffen, auf die unterschiedlichsten Einsatzaufgaben vorzubereiten. Im Ernstfall ist es dann meistens anders, als wir es geübt haben, aber die Handgriffe sitzen", sagt Schröder. Nur einmal kam die Hilfe letztlich zu spät: Ein 44-Jähriger, den die Feuerwehrleute am 12. November aus seiner brennenden Wohnung an der Lauenburger Straße gerettet hatten, starb später an seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

"Schön ist es, wenn wir nach erfolgreichen Rettungsaktionen eine Rückmeldung erhalten, wie von dem Motorradfahrer, dessen schwere Fußverletzung geheilt werden konnte. Das motiviert natürlich die Kameraden", sagt der Feuerwehrchef.

Auch kuriose Einsätze leistete die Feuerwehr im vergangenen Jahr: Am Lindenweg befreiten sie ein Baby, das in einen Zwischenraum hinter seinem Bettchen gerutscht und eingeklemmt war. Und an der Hamburger Straße loderten vor einer Tankstelle bläuliche Flammen aus dem Gehweg, weil ein Kurzschluss in einer Grundwassermessstelle auch das darunter liegende Stromkabel in Brand gesetzt hatte. Schröders Appell an die Schwarzenbeker: "Wir würden uns freuen, wenn sich noch mehr Bürger dafür begeistern könnten, uns aktiv oder passiv zu unterstützen. Dann könnten wir die Belastungen durch Übungen und Einsätze auf mehr Schultern verteilen."