Verurteilung im dritten Anlauf

Für drei Jahre muss Kamran S. hinter Gitter. Mit diesem Urteil folgte der Schwarzenbeker Gerichtsdirektor Suntke Aden dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine damaligen Lebensgefährtin Franziska K. in Wohnungen in Geesthacht und Hamburg mehrfach mit Gewalt zum Sex gezwungen hat. Die Frau hatte sich schließlich von ihrem Peiniger getrennt und ihn angezeigt. Als Nebenklägerin verfolgte sie das Verfahren, das zu großen Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand.

Für das Opfer wurde die Verhandlung zum Geduldsspiel: Der erste Verhandlungstag endete frühzeitig, weil ein psychologisches Gutachten über den Täter erstellt werden musste. Das bescheinigte dem Mann, der die Tat bis zuletzt bestritt, jedoch voll schuldfähig zu sein. Zum zweiten Termin war S. dann gar nicht erschienen. Gutachterin, Staatsanwalt, das Opfer samt Anwältin und mehrere Zeugen warteten vergeblich. Als Polizisten den Mann auch in seiner Wohnung nicht antrafen, erließ Aden einen Haftbefehl. Weil sich S. jedoch in Begleitung seines Anwalts stellte, wurde dieser außer Vollzug gesetzt.

Beim dritten Termin folgte dann die Verurteilung wegen Vergewaltigung. Die ehemalige Lebensgefährtin und Freunde der Frau, die Veränderungen an ihr bemerkt hatten sowie die Gutachterin sagten vor Gericht aus. Bis zum Antritt seiner Haftstrafe ist S. jedoch noch auf freiem Fuß.