Geplantes Handelszentrum

Reise ins Reich der Mitte

Schwarzenbek. Der Countdown hat begonnen: Während in Shanghai die Weltausstellung noch bis Ende Oktober geöffnet hat, zählt man in der Europastadt die Tage, bis das Flugzeug mit 35 Schwarzenbekern an Bord abhebt, um die Expo und die Partnerstadt Haimen zu besuchen.

Am 14. Oktober fliegt die Delegation nach Shanghai, wo während der Schleswig-Holstein-Woche im deutschen Expo-Pavillon nicht nur die Städtepartnerschaft mit Haimen offiziell besiegelt werden soll.

Auch ein Vertrag mit dem chinesischen Unternehmer Zhonghui Zhu soll dann unterzeichnet werden. Wie berichtet plant der Investor in Schwarzenbek ein Verkaufszentrum für Heimtextilien zu bauen - ähnlich dem Modezentrum in Hamburg-Schnelsen. Zu dem Gebäudekomplex im Gewerbegebiet zwischen Grabauer Straße und Röntgenstraße wird auch ein Hotel für die Einkäufer gehören, die aus ganz Europa anreisen sollen. Die Dimensionen hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann jetzt ausgeplaudert: Er geht von bis zu 1000 Arbeitsplätzen aus, die durch die Ansiedlung geschaffen werden können.

In dem Handelszentrum sollen bis zu 300 Betriebe aus China Büros und Ausstellungsflächen anmieten, um Gardinen, Bettwäsche, Tischdecken und Teppiche für den europäischen Markt präsentieren zu können. Für die Einkäufer, die die Produkte begutachten und ordern können, ist das Hotel gedacht. Brackmann, der bei der Visa-Beschaffung für die zahlreichen Besucher aus China, die Schwarzenbek in den letzten Monaten besucht haben, geholfen hat, wird ebenfalls mit ins Reich der Mitte fliegen.

In Shanghai wird auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen den deutschen Pavillon besuchen, denn Schleswig-Holstein hat sich still und leise zu einem der größten Handelspartner des Milliardenreiches in Deutschland entwickelt. In den letzten fünf Jahren konnte das nördlichste Bundesland, das seit 1996 in Hangzhou das Schleswig-Holstein Business Center (SHBC) betreibt, seine Exporte nach China verdoppeln und liegt auch bei den Einfuhren unter allen Bundesländern im vorderen Drittel. 2008 betrug das Handelsvolumen immerhin 4,4 Milliarden Euro. Beigetragen dazu haben neben Fette aus Schwarzenbek, Rako Etiketten aus Witzhave oder Minimax aus Bad Oldesloe auch Marzipan aus Lübeck.

Das werden die Schwarzenbeker als Gastgeschenk ebenfalls im Gepäck haben. Eigentlich wollte Stadtmanager Andreas Thiede, der gestern erneut zu einem China-Besuch nach Shanghai geflogen ist, 100 Bürgern die Chance geben zum Preis von 1000 Euro ihre neue Partnerstadt kennenzulernen. Jetzt werden vom 14. bis 22. Oktober nur 35 Schwarzenbeker fliegen - zum Preis von 1550 Euro. Neben Haimen und Shanghai werden sie auch Hangzhou und Luoyang in Mittelchina besuchen, bevor es über Peking zurück nach Deutschland geht.